Weltcup Berlin: Lisa Unruh greift nach Gold

Welch ein Jubel, welch eine Stimmung auf dem Maifeld neben dem Berliner Olympiastadion: Lisa Unruh hat sich in beeindruckender Art und Weise für das Goldfinale beim Bogen-Weltcup in ihrer Heimatstadt qualifiziert. Im Finale trifft sie am Sonntag, 22. Juli, auf die Südkoreanerin Eun Gyeong Lee, dann in der Finalarena am Anhalter Bahnhof. „Es war mein Traum, in meiner Heimatstadt im Goldfinale zu schießen!“

 

In einer Neuauflage des olympischen Viertelfinals von Rio 2016 bezwang sie im Halbfinale die Taiwanesin Ya-Ting Tan mit 6:5 (27-27, 28-25, 27-30, 28-28, 27-27), ein Stechschuss musste nach völlig ausgeglichenem Verlauf entscheiden – so wie in Rio. Und abermals zeigte Unruh Nervenstärke und setzte ihren Schuss perfekt ins Gold, während die Taiwanesin nur eine acht schoss. „Die Gefühlslage ist extrem gut. Ich habe immer gedacht, das Goldfinale wäre geil, dann hast du schon eine Medaille sicher. Dann habe ich das aber wieder verdrängt und mich fokussiert und es geschafft!“

 
Zum zweiten Mal steht Unruh in einem Einzel-Finale des Weltcups, 2014 gewann sie Silber in Medellin/Kolumbien. Vier Jahre später wartet in ihrer Geburts- und Heimatstadt erwartungsgemäß eine der starken Südkoreanerinnen: „Gut schießen, ganz konsequent, dann wird sich schon etwas ergeben!“, nennt Unruh ihr Rezept und hofft natürlich auf massive Unterstützung durch das Berliner Publikum (Tickets bei www.ticketmaster.de und an der Tageskasse). Positiver Nebeneffekt des Finaleinzugs: Unruh hat sich damit zum zweiten Mal in ihrer Karriere für das Weltcup-Finale qualifiziert. An diesem nehmen in Samsun/Türkei (29./30. September) die besten acht Schützinnen der vier Weltcups teil.

 
Unmittelbar vor dem Halbfinal-Coup hatte Unruh im Viertelfinale der Georgierin Khatuna Narimanidze beim 7:1 (27-27, 27-26, 30-26, 29-25) keine Chance gelassen. Und Bundestrainer Oliver Haidn jubelte bereits: „Das ist schön, dass wir am Sonntag mit mindestens einer Schützin im Finale stehen – sie liefert eine tolle Show ab. Die Arbeit zahlt sich aus, und es ist schön, dass man auch ein positives Feedback bekommt.“

Text/Bild: DSB

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