Weltcup Berlin: Compound-Teams verpassen Bronze

Zweimal griffen die deutschen Compound-Teams beim Heim-Weltcup in Berlin nach Bronze, zweimal gingen sie leer aus. Die US-Teams erwiesen sich beide Male als stärker und verwehrten den DSB-Schützen die erhoffte Medaille. Am Sonntag, 7. Juli, gibt es aber auf jeden Fall Edelmetall für Deutschland, wenn die DSB-Recurverinnen im Goldfinale gegen Italien stehen. Tickets gibt es an der Tageskasse.
Foto: Eckhard Frerichs / Kristina Heigenhauser und die DSB-Compounderinnen verpassten die erhoffte Bronzemedaille.
Foto: Eckhard Frerichs / Kristina Heigenhauser und die DSB-Compounderinnen verpassten die erhoffte Bronzemedaille.

Compound Team Frauen: Von Beginn an chancenlos

Die Aufregung bei den deutschen Frauen war sicherlich groß, schließlich konnte letztmals 2012 Edelmetall in einem Weltcup-Teamwettbewerb gewonnen werden. Und mit Jennifer Wenzl stand eine ganz unerfahrene Schützin im Team, die erst ihren zweiten Weltcup überhaupt absolvierte. „Es war aufregend und ein cooles Erlebnis, alles sehr groß und etwas Neues. Der erste Schuss war der Aufregung geschuldet und einfach schlecht geschossen, weil ich die Spannung nicht gehalten habe“, sagte sie danach. Sie begann mit einer Acht, steigerte sich aber im Verlauf. Da aber auch Velia Schall und Kristina Heigenhauer nicht stabil Zehnerwertungen lieferten, lief das Trio von Beginn an einem Rückstand hinterher (55-58). „Man hofft immer, dass sie nachlassen, aber Druck ist immer da, egal, ob man vorne ist oder hinten liegt“, sagte Heigenhauser im Anschluss. Aber die Weltranglisten-1. aus den USA spulten souverän ihr Programm herunter und bauten in der Folge den Vorsprung stetig aus. Am Ende ging Bronze klar an die US-Girls (220-231). „Insgesamt haben wir die Erwartungen nicht erfüllt. Am Feld lag es nicht: Ein sehr schöner Platz, sehr hell, sehr ruhig trotz der Zuschauer“, so Heigenhauser. Gold ging an die Türkei, die sich 232-221 gegen Großbritannien durchsetzte.

Die Amerikaner sind allesamt Profis, haben mehr Erfahrung und mehr Möglichkeiten!

Marcel Trachsel, zu den Gründen für die Stärke der US-Amerikaner

Compound Team Männer: Zu viele Ringe liegen gelassen

Foto: Eckhard Frerichs / Abgang für Lars Klingner, Marcus Laube, Marcel Trachsel und Trainer Harry Vohs.
Foto: Eckhard Frerichs / Abgang für Lars Klingner, Marcus Laube, Marcel Trachsel und Trainer Harry Vohs.

Manchmal sind die Erklärungen ganz einfach: „Wir haben zu viele Neuner und zu wenig Zehner geschossen.“ Lars Klingner hatte Recht. Denn gegen die Weltranglisten-1. aus den USA wäre eine Top-Leistung von Nöten gewesen. Zwar hatte das DSB-Trio keinen so hohen Rückstand wie die deutschen Frauen, aber es gelang nicht, die US-Boys zu gefährden: „Hätten wir die Amerikaner etwas mehr unter Druck setzen können, wäre es vielleicht ein anderes Match geworden, aber so haben sie souverän gewonnen“, bilanzierte Marcus Laube. Vor allem Kris Schaff schoss wie von einem anderen Stern – acht Schüsse, acht Zehner! Und so überwog beim deutschen Team der Frust, schließlich hatte es die Qualifikation als bestes Team beendet und seine großen Qualitäten unter Beweis gestellt. „229 ist bei den Bedingungen nicht so viel, da können wir mehr“, sagte Klingner zur 229-233-Niederlage, und Laube ergänzte: „Es war nett, hier zu stehen, aber das Ergebnis ist schon ziemlich enttäuschend.“ Gold holte sich Frankreich durch ein 230-228 gegen Dänemark.

Die übrigen Compoud-Medaillen wurden folgendermaßen verteilt

Männer-Einzel: Gold Evren Cagiran/TUR, Silber Mike Schloesser/NED, Bronze Kris Schaff/USA
Frauen-Einzel: Gold Alexis Ruiz/USA, Silber Sophie Dodemont/FRA, Bronze Sara Lopez/COL
Mixed: Gold Großbritannien, Silber Slowenien, Bronze Russland

Text:DSB

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