21.10.2017

WA-Weltmeisterschaft in Mexiko: Beide deutsche Mixed-Teams schießen um Gold

Zwei deutschen Mannschaften stehen am Samstag und Sonntag bei den Bogen-Weltmeisterschaften in Mexiko City in den Finals und haben damit bereits Silber sicher. Ausgerechnet im Mixed, bei dem es vor allem mit dem Recurvebogen bei den vergangenen Weltcups nie gut gelaufen ist, kämpfen sowohl Lisa Unruh und Florian Kahllund als auch mit dem Compound Kristina Heigenhauser und Marcel Trachsel  um Gold. Beide Teams treffen auf Südkorea.

Schon zuvor hatte sich Heigenhauser im Einzel in das kleine Finale um Bronze gekämpft, ebenso wie mit der Compound-Damenmannschaft.

Ein besonderer Fingerzeig in Richtung der Olympischen Spiele 2020 in Tokio (Japan) ist der Finaleinzug im Recurvebereich, denn in drei Jahren wird der Mixedwettbewerb bei den Spielen erstmals im Programm sein. Neben dem Können benötigte das Duo Unruh und Kahllund, privat ebenfalls ein Paar, aber auch eine Portion Glück, um den Weg zu gehen. Gleich in der ersten Runde gegen Malaysia brauchten  die Deutschen als Vorkampf-Dritter gegen den 14. nach der Qualifikation ein Stechen, um in die nächste Runde einzuziehen. Nach dem 39:34 und 39:38 führten sie schon mit 4:0-Satzpunkten, doch Malaysia glich durch das 39:37 und 37:36 wieder aus. Im Stechen siegten die Silbermedaillengewinnerin von Rio und der Ex-Europameister schließlich mit 19:16.

Im Viertelfinale wartete mit den USA der Vorkampf-Sechste, diesmal gab es ein spannendes Wechselbad der Gefühle. Über ein 36:37, 38:36, 37:38 und ein so nervenstarkes wie hochklassiges 39:38 –bei einem Maximum von 40 Ringen – kamen die Deutschen noch ins Stechen, und wieder blieben sie nervenstark, trafen beide die Zehn und siegten mit 20:18. Damit waren die größten Schwierigkeiten überwunden, gegen Großbritannien blieb das Duo souverän, gewann nach den Sätzen 37:37, 38:36 und 39:38 glatt mit 5:1 und muss sich nun mit Südkorea auseinander setzen, das sich aus Chao Young Kang, dreifache Weltmeisterin des Vorjahres, und Dong Hyun Im, zweifacher Mannschafts-Olympiasieger, zusammen setzt – eine durchaus anspruchsvolle Aufgabe.

Das Compound-Duo Kristina Heigenhauser und Marcel Trachsel stieg auf hohem Niveau in den Wettbewerb ein und steigerte sich noch. Mit dem 154:152-Sieg im Achtelfinale über Belgien war noch irgendwie zu rechnen, doch im Viertelfinale gegen den Vorkampf-Ersten Dänemark waren die Weltmeisterin von 2013 und der Bronze-Mannschaftsgewinner vom Weltcup in Berlin klare Außenseiter.

Wieder trafen sie 154 Ringe, Dänemark mit Goldfinalist Stephan Hansen und Sarah Sonnichsen, gegen die Heigenhauser beim Kampf um Bronze erneut im Einzel antritt, erzielten mit 153 Ringen einen Zähler weniger. Die Glanzleistung lieferte das deutsche Duo jedoch im Halbfinale gegen Italien ab, als es die mit 156 Ringen starken Südeuropäerinnen mit 157 Ringen ausschaltete. Kristina Heigenhauser hat damit die Chance, im Comebackjahr nach ihrer schweren Krebserkrankung mit drei Medaillen von den Weltmeisterschaften zurück zu kehren.

Text: DSB/Harald Strier