Test-Event Tokio 2020: „Ich kann es noch gar nicht so richtig wahrhaben“

Olympische Spiele

Das deutsche Damen-Recurve-Team zeigt beim Test-Event in Tokio (11.-18. Juli) eine geschlossene Mannschaftsleistung. Frühes Aus hingegen für Florian Kahllund im Einzel und Mixed mit Michelle Kroppen.
Foto: Eckhard Frerichs

Es war ein erstes Beschnuppern in Tokio auf der nagelneuen Olympiaschießanlage. Eindrücke sammeln, testen, ein Gefühl für das Feld bekommen stand auf dem Programm. Dabei zeigte vor allem das deutsche Damenteam, eine ausgeglichene Mannschaftsleistung. Michelle Kroppen, Lisa Unruh und Elena Richter kämpften sich souverän bis in die dritte Runde. Dort traf Kroppen, die als Qualifikations-Siebte und damit beste Deutsche, in die K.O-Runde ging, auf die starke Koreanerin Hye Jin Chang. „Ich kann es noch gar nicht so richtig wahrhaben, dass genau hier im nächsten Jahr die Olympischen Spiele stattfinden, weil mich das alles noch so überwältigt“, so Kroppen schwer beeindruckt. Erst vor wenigen Wochen gelang es ihr, gemeinsam mit ihren Teamkolleginnen, den ersehnten Teamquotenplatz für Deutschland zu holen. Beim Heimweltcup in Berlin kickten sie dann auch noch die Koreanerinnen aus dem Rennen. Doch dieses Mal war Chang zu stark im direkten Duell. Mit 7:1 Punkten musste sich Kroppen geschlagen geben, genauso wie Elena Richter, die in einem spannenden Duell nur hauchdünn ihrer Duellpartnerin Ya-Ting aus Chinese Taipet mit 4:6 Punkten unterlag. Lisa Unruh hatte währenddessen mit der Italienerin Tatiana Andreoli zu kämpfen, die mit einer perfekten 30er-Serie zum Ende keinen Zweifel am 6:2-Sieg gegen Unruh lies und damit die letzte Deutsche aus dem Wettbewerb katapultierte.  „Das Feld ist sehr schön“, äußerte sich Michelle Kroppen, die nur bedingt mit ihrer eigenen Leistung zufrieden war, zu den Bedingungen vor Ort: „Das Besondere ist, dass direkt das erste Finale schon auf einem gesonderten Finalfeld geschossen wird, wie auch schon bei den Europaspielen.“

Nur wenig Zeit zur Eingewöhnung blieb Florian Kahllund, der zwar eine gute Leistung zeigte, aber dem starken Chinesen Yiliang Ding mit 6:0 Punkten Tribut zollen musste. Deutlich knapper ging es dabei mit Michelle Kroppen im Mixed-Duell gegen die USA her, die zuerst mit 4:0 Punkten in Führung gingen, dann aber durch einen starken Konter des deutschen Duos fast ins Straucheln gerieten. Mit zwei perfekten Schüssen im entscheidenden Satz siegte am Ende dann doch noch die USA mit 5:4 und Michelle Kroppen und Florian Kahllund mussten sich bereits in Runde eins frühzeitig verabschieden.

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