Nachbetrachtung: Deutsche Meisterschaft 2021 in Wiesbaden

Von Arne Metzlaff / Fotos: Eckhard Frerichs

Die diesjährige deutsche Meisterschaft WA fand erneut in Wiesbaden statt. Auch dieses Mal wurden die Medaillen-Finals in einer extra dafür hergerichteten „Final-Arena“ auf dem Bowling Green mitten in Wiesbaden ausgetragen.

Bedingt durch Corona konnten die Meisterschaften zu Beginn der Außensaison nicht stattfinden, wodurch der übliche Qualifikationsmodus über Kreis-, Bezirks-, Gau- und Landesmeisterschaften zur deutschen Meisterschaft in dieser Saison nicht möglich war. Aus diesem Grund konnten Ergebnisse der Vereinsmeisterschaften gemeldet werden, um sich für die deutsche Meisterschaft zu qualifizieren. Auch gab es keine Mannschaftslimits, und Teams konnten auf der DM klassenübergreifend aus allen Einzelstartern eines Vereins gebildet werden, sofern sie in derselben Disziplin, auf dieselbe Entfernung, die gleiche Auflagengröße und im selben Durchgang schossen. Doch ansonsten lief alles wie gehabt, und es wurde, nachdem die deutsche Meisterschaft 2020 ausgefallen war, erstmals wieder eine deutsche Meisterschaft WA mit fast 600 Teilnehmern ausgetragen.

Wie üblich wurde die Meisterschaft über drei Tage ausgerichtet. Am Freitag starteten alle teilnehmenden Compound-Klassen, Damen und Herren, Masters, Junioren männlich/ weiblich und Jugend männlich/weiblich. Ebenfalls gingen bereits die Jugendlichen männlich und weiblich mit dem Recurvebogen an den Start. Am Samstag folgten dann Recurve-Damen und Herren sowie Junioren männlich und weiblich und auch die Blankbogen-Klassen Damen, Herren und Herren Masters. Am letzten Wettkampftag schossen noch Senioren männlich und weiblich, Masters männlich und weiblich sowie Schüler A männlich und weiblich um den deutschen Meister-Titel.

Wie bereits bei den deutschen Meisterschaften 2018 in Wiesbaden wurden die Finals bis einschließlich den Halbfinals anschließend an die Qualifikationsrunde auf dem Wettkampffeld ausgerichtet und die Medaillen-Finals erst am darauffolgenden Tag in der Final-Arena auf dem Bowling Green. Die Medaillen-Matches wurden erneut bei Sportdeutschland TV live übertragen. Somit standen am Samstag-Mittag die Medaillen-Entscheidungen Recurve-Jugend männlich/weiblich und Compound Damen und Herren an.

Sonntags folgten dann zuerst die Recurve-Junioren männlich/weiblich, und den Schluss bildeten die Damen und Herren mit dem Recurvebogen. Bei den Compound-Herren erreichten vier Schützen am Freitag die magische Marke von 700 Ringen. Bei den Recurve-Senioren wurde sogar ein neuer deutscher Rekord von Herbert Schulze mit 668 Ringen aufgestellt. Während des zweiten Durchgangs der Qualifikationsrunde am Samstag setzte ein starker Regen ein, wodurch viele Schützen nicht mehr an ihre Leistungen aus dem ersten Durchgang anknüpfen konnten und bei den meisten Teilnehmern der zweite Durchgang schlechter war. Besonders hervorzuheben ist, dass die Medaillen-Matches sogar vor Zuschauern ausgetragen werden konnten. Ein Finale vor Publikum auszutragen, das natürlich auch auf die Treffer reagiert und anfeuert oder applaudiert, macht deutlich mehr her. Insbesondere bei der Live-Übertragung sieht es schlichtweg besser aus, wenn Zuschauer zu sehen sind und nicht nur Sportler auf einem leeren Sportplatz oder sogar vor leeren Tribünen. Die Medaillen-Matches sollten auch im Nachhinein weiterhin auf der Website von sportdeutschland.tv abrufbar sein. Somit bleibt festzuhalten, dass eine DM auch unter Pandemie-Bedingungen durchgeführt werden kann. Dies sollte Hoffnung geben für die kommende Hallensaison, dass Wege gefunden werden können, wie vor allem die Meisterschaft en und Bundesligen ausgetragen werden können, aber auch das eine oder andere Hallenturnier stattfinden kann.

Leseprobe aus dem BOGENSPORT MAGAZIN (Ausgabe 5/2021)