08.05.2026

Fünf Fragen an Katharina Raab

Mit starken Auftritten in Puebla und Antalya zählt Katharina Raab aktuell zu den besten deutschen Compound-Schützinnen auf internationaler Bühne. Im Gespräch mit dem BSM spricht die 27-Jährige über bisherigen Weg, kommende Herausforderungen und den Traum von Olympia 2028.

BSM: 700 Ringe in der Quali in Antalya – Karriererekord, Weltrangliste 17 – und das mit 27 Jahren! Hast du das Gefühl, dass du gerade zum richtigen Zeitpunkt in Topform kommst – was und wie lange hat es gebraucht, um auf diesem Niveau anzukommen?
Raab: Ja der Zeitpunkt ist im Moment perfekt. Nachdem ich vom Recurve zum Compound gewechselt habe, habe ich eigentlich nicht mehr damit gerechnet, mir den Traum von den olympischen Spielen erfüllen zu können. Umso mehr motiviert mich jetzt die Möglichkeit in LA dabei sein zu können. Es hat einige Jahre gedauert bis ich diese hohen Ergebnisse auch auf (internationalen) Wettkämpfen schießen konnte. Vor allem die ganzen gesammelten Erfahrungen auf Wettkämpfen haben mir dabei geholfen mich weiter zu verbessern.

BSM: Beim 1. Weltcup in Puebla hast du als beste Deutsche mit Platz fünf überzeugt. Wie bewertest du selbst diesen Saisonstart? Was hat bei diesem Turnier gut funktioniert – und in welchen Bereichen siehst du eventuell noch Luft nach oben?
Raab: Am Anfang hatte ich noch Probleme mit dem Wind. Ich konnte vorher zu Hause wegen Schnee und Kälte noch nicht so oft draußen trainieren. Aber gerade deshalb freut mich, dass ich den Wind im Laufe der Woche immer besser managen konnte. Gerade in den Einzelmatches ist mir das super gelungen. So ein guter Start in die Saison motiviert ungemein und ich bin gespannt wie der Rest laufen wird.

BSM: Knapp zwei Wochen nach Puebla, 700 Ringe in Antalya – 18 mehr als bei der Quali beim Weltcup. Hast du in dieser kurzen Zeit bewusst etwas verändert, oder haben sich einfach die Bedingungen geändert und der Moment gepasst?
Raab:  In Antalya hatten wir zwar auch Wind, aber viel weniger Böen und Richtungswechsel als in Puebla. Ich habe zwischen den beiden Wettkämpfen eine Kleinigkeit in meiner Technik angepasst, aber der Hauptfaktor waren die besseren Bedingungen.

BSM: Puebla, Antalya, EM – der Kalender lässt kaum Luft. Den Weltcup in Shanghai dazwischen wirst du nicht bestreiten. Zwangsmaßnahme oder strategische Pause? Und wie geht man als Athletin mit einer Phase um, in der alles so eng aufeinanderfolgt?
Raab: Bei uns durften jeweils 4 Leute zu den World Cups nach Puebla und Shanghai fahren, also jeder aus dem Team zu jeweils einem der beiden Wettkämpfe. Nachdem wir uns im Team abgesprochen haben und einig waren, wer zu welchem World Cup fährt, war ich in Mexiko dabei. Es ist das erste Mal, dass ich so viele Wettkämpfe in kurzer Zeit nacheinander habe. Deshalb muss ich erst einmal herausfinden, wie ich damit am besten umgehe. Eine riesige Hilfe dabei sind auch meine Eltern, die mich dabei sehr unterstützen.

BSM: Kurzfristig die EM im Mai, langfristig 2028? Was nimmst du dir für diesen Sommer vor, und wie konkret ist Olympia 2028 bereits ein Thema für dich?
Raab: Die olympischen Spiele sind schon bei jedem Wettkampf im Hinterkopf. Vor allem bei der EM, da es dort Quotenplätze für die European Games gibt. Dort werden wiederum Quotenplätze für LA vergeben. Deshalb möchte ich bei der EM, aber auch generell in der Saison mein Bestes geben und mich noch weiter verbessern.

BSM: Liebe Katharina, vielen Dank für den Einblick und viel Erfolg für die weitere Saison, vor allem für die anstehende EM!

 

Foto: World Archery