DM Bogen Berlin: Strahlende Sieger vor Traumkulisse

Volle Zuschauertribünen, prächtige Stimmung, tolle Bilder, strahlende Sieger: Die Recurve-Finals auf dem Olympischen Platz direkt vor dem Berliner Olympiastadion mit den neuen Titelträgern Elena Richter (BSC BB-Berlin), Florian Kahllund (SSC Fockbek), Elisa Tartler (SV Bavaria Thulba) und Jonathan Vetter (SGi Ditzingen) waren ein voller Erfolg. „Ich bin restlos begeistert vom Final- und Qualifikationsfeld. Das ist absolute Weltklasse in der Organisation und auch wie die ein oder andere Schützenleistung. Es lief mir teilweise eiskalt den Rücken herunter“, war Bundestrainer Oliver Haidn überwältigt.
Foto: Eckhard Frerichs / Auf Wolke sieben nach ihrem DM-Titel: Elena Richter.
Foto: Eckhard Frerichs / Auf Wolke sieben nach ihrem DM-Titel: Elena Richter.

Recurve Frauen: Richter besiegt Freundin Unruh

Im Goldfinale der Frauen kam es zur Neuauflage aus dem Vorjahr: Lisa Unruh traf auf ihre Freundin und Nationalmannschafts-Kollegin Elena Richter. Beide hatten zuletzt Seite an Seite (und mit Michelle Kroppen) den Team-Quotenplatz für Tokio 2020 gewonnen und Silber beim Weltcup in Berlin geholt. Nun ging es – wie so oft im Training – gegeneinander. Unruh, die in der Qualifikation mit 683 Ringen einen phantastischen neuen deutschen Rekord aufstellte, begann etwas besser und ging 2:0 (27-26) in Führung. Dann zeigte Richter zwei sehr starke 28-er Passen in Folge und übernahm die Führung. In der folgenden Passe hatte sie mit dem dritten Pfeil ihren ersten „Matchpfeil“, doch eine Acht bedeutete die Punkteteilung („Der war echt gut, aber vielleicht fehlte etwas die Konsequenz!“). Diese reichte der sympathischen Berlinerin auch im fünften Satz, und als ihr letzter Pfeil in die notwendige Neun einschlug, war die Freude über das 6:4 (26-27, 28-26, 28-27, 26-26, 27-27) riesig: „Ich bin mega-glücklich. Für so etwas arbeitet man, um vor so einer Kulisse zu schießen. Am Ende ist es eine Momentaufnahme. In diesem Moment war ich einfach besser und hatte höhere Wertungen. Sich im eigenen Land die Krone aufzusetzen, ist schon etwas Besonderes.“ Unruh akzeptierte die Niederlage, „sie hat einfach mehr Zehner geschossen.“ Dennoch war sie nicht unzufrieden mit den Titelkämpfen in ihrer Heimatstadt: „Ich habe mich riesig gefreut, dass ich in der Qualifikation einen neuen Rekord geschossen habe, das bleibt von dieser DM hängen.“ Und natürlich die Zuschauerkulisse: „Ich war derartig positiv, dass die Ränge so voll waren. Das habe ich sehr genossen.“
Auch die Bronzemedaille ging wie 2018 an Michelle Kroppen. Die WM-Vierte setzte sich gegen Meike Räder mit 7:3 (25-25, 30-23, 26-26, 28-28, 29-25) durch und beendete ein phantastisches Jahr mit einer Medaille.

Ich war derartig positiv, dass die Ränge so voll waren. Das habe ich sehr genossen.

Lisa Unruh, Zum pickepackevollen Finalstadion

Recurve Männer: Kahllund siegt mit Stechpfeil

Foto: Eckhard Frerichs / Bogenherz, was willst du mehr?
Foto: Eckhard Frerichs / Bogenherz, was willst du mehr?

Eine Parallele zum Frauen-Finale gab es auch bei den Männern: Dort standen sich mit Florian Kahllund und Maximilian Weckmüller zwei Nationalmannschafts-Kollegen gegenüber, die im Jahr unzählige Tage auf Lehrgängen und Wettkämpfen miteinander verbringen. Und so entwickelte sich auch ein packendes Duell, in dem Weckmüller mit 2:0 und 5:3 vorne lag und im fünften Satz eine Zehn zum Sieg benötigte. Als sein Pfeil in der Neun einschlug, hieß es: Stechen. Weckmüller schoss eine gute Neuner-Wertung, Kahllund konterte mit einer Zehn und jubelte somit über das 6:5 (27-29, 29-28, 27-27, 28-30, 28-27, 10-9) seinen dritten DM-Titel nach 2016 und 2017: „Wir wissen, dass wir ähnlich gut sind. Mal gewinnt er, dann ich. Deswegen macht es Spaß, gegen Max zu schießen. Und natürlich ist es cool, vor so einer Kulisse zu schießen. Aber dennoch müssen wir das Drumherum ausblenden.“ Weckmüller zeigte sich nicht enttäuscht und meinte: „Bronze im vergangenen Jahr, Silber heute, dann ist klar, was nächstes Jahr der Plan ist.“
Um Bronze ging es zwischen Felix Wieser und Christoph Breitbach. Breitbach wiederholte seinen Bronze-Triumph aus dem Vorjahr, damals allerdings noch bei den Junioren, und gewann 6:4 (28-28, 26-27, 28-26, 28-28, 29-27).

Recurve JuniorInnen: Tartler und Vetter verteidigen ihre Titel

Beim Weltcup in Berlin in diesem Jahr hatten Elisa Tartler und Jonathan Vetter bereits ihr großes Potenzial gezeigt. Dies bestätigten sie nun mit den Titelgewinnen – gleichbedeutend mit der gelungenen Titelverteidigung – in der Juniorenklasse. Für Tartler war es gar der zehnte DM-Titel im Nachwuchsbereich (inklusive Halle und Feld). Sie setzte sich gegen Charline Schwarz 6:2 (26-24, 26-27, 25-24, 29-28) durch, trotz Krankheit. „Ich habe ein bisschen Husten, Schnupfen und Kopfschmerzen. Ich mein Bestes gegeben, und es hat gut geklappt.“ Vetter zeigte enorme kämpferische Qualitäten, denn er musste gegen den furios startenden Nils Schwertmann einen 0:4-Rückstand aufholen. Dies gelang ihm bravourös, sodass er mit 6:4 (25-26, 25-29, 28-26, 28-26, 27-25) siegte und sich den dritten DM-Titel in Folge sicherte: „Es ist natürlich schwierig, ein 0:4 aufzuholen. Die anderen Finals waren groß aufgezogen und sehr schön, aber hier ist es nochmals größer und viele Zuschauer – richtig schön.“
Bronze hatten sich zuvor Moritz Wieser mit 6:5 (27-27, 28-26, 27-25, 26-28, 25-27, 10*-10) gegen Arian-Erik Scheiding sowie Talida Chrubasik mit 6:2 (25-21, 23-28, 28-26, 27-24) gegen Lea Marie Schwer gesichert.

Text:DSB

Anzeige