Bundesliga Nord: Dauelsen schießt sich aus der Mini-Krise

Meister SV Dauelsen ist am dritten Wettkampftag in der Bundesliga Bogen Gruppe Nord ein Befreiungsschlag gelungen. Nach zuvor nur neun Punkten aus zwei Wettkampftagen gewannen die Niedersachsen am Samstag in Gelsenkirchen zehn Zähler, haben damit die Abstiegsgefahr gebannt und sogar wieder Tuchfühlung zu den Finalplätzen aufgenommen.

 

Das Team um Ex-Europameister Florian Kahllund gewann fünf von sieben Matches und unterlag nur dem Tabellenzweiten BSC BB-Berlin und zum Abschluss des Wettkampftages überraschend Aufsteiger BSV Zierenberg. Die Nordhessen wiederum gewannen ansonsten nur einen Zähler beim 5:5 gegen Köln und sind vom Abstieg bedroht, haben jedoch noch sechs Punkte Vorsprung auf die beiden Letzten, eben Köln und den Rheydter TV. Während Köln nur diesen einen Zähler holte, gewann Rheydt seine Matches mit 6:2 gegen Köln und 6:4 gegen Zierenberg.

An der Spitze ist Tabellenführer SV Querum und den Berlinern die vorzeitige Qualifikation für das Finale am 24. Februar in Wiesbaden gelungen. Querum gab mit Heiko Keib (Foto rechts) und Thomas Hasenfuß (Foto links) beim Remis gegen Berlin und dem 4:6 gegen Dauelsen drei Punkte, Berlin sogar nur einen Zähler in dem direkten Duell mit Querum ab. Auch der BSC Sherwood Herne darf angesichts von zehn Punkten Vorsprung auf den Fünften fest mit der Finalteilnahme planen. Die Gastgeber holten acht Punkte.

Der vierte Finalplatz dürfte am letzten Wettkampf Anfang Februar zwischen Dauelsen und den Blankenfelder BS umkämpft sein, die Blankenfelder erhielten sich dank sechs Punktgewinnen zwei Zähler Vorsprung auf die anstürmenden Dauelser.

Im Süden haben die beiden Spitzenteams aus Welzheim und Tacherting die Finalqualifikation ebenfalls fest in der Tasche. Dem neuen Spitzenreiter Welzheim gelang in Teningen der Durchmarsch, das Team um den Luxemburger Jeff Henckels gewann alle sieben Begegnungen. Neben dem 4:6 gegen Welzheim zog Tacherting nur noch einmal beim 4:6 gegen die BS Neumarkt den Kürzeren.

Auch aufgrund dieses überraschenden Erfolges behauptete Neumarkt Platz vier punktgleich mit Ebersberg, das Duo liegt scheinbar sicher mit fünf Punkten Vorsprung vor der Konkurrenz auf den Finalplätzen. Ebersberg gewann am Samstag sieben, Neumarkt sogar neun Punkte.

Verlierer des Tages war zweifellos Aufsteiger SGi Ditzingen, der vom drittletzten Rang ans Tabellenende abrutschte. Nur beim 7:3 über den jetzt punktgleichen Vorletzten SG Freiburg punktete das Team um den Juniorschützen des Jahres 2017, Jonathan Vetter. Freiburg gewann zudem mit 6:2 gegen den BSC Villingen-Schwenningen, der nur einen Zähler vor dem hinteren Duo rangiert. Auch die Schwarzwälder gewannen nur einmal, mit 6:0 über Ditzingen zum Abschluss des Wettkampftages. Vogel Östringen hingegen befreite sich mit acht Zählern von den größten Sorgen und hat jetzt als Fünfter vier Zähler Vorsprung auf einen Abstiegsplatz, also ein nettes Polster.

 

Text: DSB

Bild: Günter Kuhr

Jonathan „Jonny“ Vetter ist Junior Sportler des Jahres 2017

Die Wahl zum Junior Sportler des Jahres 2017 ist entschieden. Anderthalb Monate konnten die Online-Wähler des DSB, die erfolgreichsten Athleten und Athletinnen unseres Verbandes zum Juniorsportler bzw. Juniorteam des Jahres 2017 wählen. Und in diesem Jahr hat es ein Bogenschütze ganz oben auf das Treppchen geschafft. Jonathan „Jonny“ Vetter aus Deufringen ist Juniorsportler des Jahres.

Im Jahr 2017 gar nicht im Bundeskader vertreten, schaffte er trotzdem das Kunststück, einen Quotenplatz für die Youth Olympics Games 2018 in Buenos Aires zu gewinnen. Er holte diesen bei der Quotenplatz-WM 2017 in Rosario/ARG.
Der 16-jährige Schüler kann sich über ein einjähriges Stipendium unseres Sponsors Steinhauer & Lück in Höhe von insgesamt 1.200,00 Euro freuen. Über den Titel freut sich außerdem sein Heimatverein, die SGi Ditzingen.

 

Abstimmen für Lisa Unruh

Deutschlands derzeit beste Recurve-Bogenschützin, Lisa Unruh, ist unter den Nominierten für die Auszeichnung als Sportler des Jahres 2017 der International World Games Association. Die 29-jährige Berlinerin ist nach einer Saison, in der sie ihren Ruf als eine der besten Allround-Recurve-Bogenschützinnen der Welt festigte, unter den 21 Athleten, die für diese besondere Auszeichnung nominiert wurden.

Die olympische Silbermedaillengewinnerin von Rio 2016 gewann in einem spannenden Finale in einem Einzelpfeil-Stechen Gold in der Disziplin Feldbogenschießen bei den Weltspielen der nicht-olympischen Disziplinen, den World Games 2017 in Wroclaw/Polen. Die Nationalmannschaftsschützin hat im vergangenen Jahr bei internationalen Scheiben-, Feld- und Hallenmeisterschaften Medaillen gewonnen.

Nach ihrem Erfolg bei den World Games gewann sie wenige Wochen später noch mit ihrem Partner Florian Kahllund die Silbermedaille im Mixed-Wettbewerb der Weltmeisterschaft in Mexico City. Und auch im noch jungen Jahr 2018 hat Lisa Unruh mit der Einstellung des Hallen-Weltrekords bereits wieder ihre Extraklasse unter Beweis gestellt.

Unterstützen Sie Lisa Unruh mit Ihrer Stimme auf der Homepage der International World Games Association. Die erste Runde der Abstimmung läuft noch bis zum 15. Januar. Die neun bestplatzierten Athleten ziehen dann in eine zweite Runde ein, die bis zum 31. Januar 2018 läuft. Der Gewinner wird Anfang Februar bekannt gegeben und erhält eine Trophäe.

Die große Welt des Bogensports auf kleinen Marken

Die Welt der Briefmarken, die Welt der Philatelie. Für viele ist diese Welt das absolute Größte. Doch wissen Sie, was Briefmarken und der Bogensport miteinander gemeinsam haben? Richtig: Das Bogenschießen ist ein beliebtes Briefmarkenmotiv in aller Welt.

Kim Andersson aus den USA ist nicht nur begeisterter Bogenschütze, sondern er sammelt darüber hinaus auch leidenschaftlich gerne Briefmarken. Was liegt da näher, als die beiden Hobbys miteinander zu verknüpfen. Als wir von seiner Sammlung erfuhren, waren wir uns im BOGENSPORT-Team sofort einig: Diese farbenprächtige Marken, diese kleine Kostbarkeiten aus aller Welt, wollen und dürfen wir ihnen nicht vorenthalten. Viel Spaß beim Schauen.

Lisa Unruh stellt mit 594 Ringen den Hallenweltrekord ein

Lisa Unruh, die Silbermedaillengewinnerin von Rio de Janeiro, klotzte schon im neuen Jahr richtig los. Während des Ausscheidungswettbewerbes für die Hallenweltmeisterschaft 2018 schoss die Berlinerin am 06.01.2018 auf die 18-Meterdistanz zunächst 591 von 600 möglichen Ringen.

Einen Tag später ließ es die Nationalkaderathletin richtig krachen und notierte 594 Ringe auf dem Schießzettel. Damit stellte sie den Hallenweltrekord ein, der mit der identischen Ringzahl von der Südkoreanerin Park Sehui am 15.01.16 aufgestellt worden war. Die 594 Ringe sind ein neuer Europarekord.

Der Ausscheidungswettbewerb wurde im Bundesleistungszentrum in Kienbaum durchgeführt und war rekordberechtigt. Der Europarekord wird nun der World Archery Europe mitgeteilt und muss von dort noch offiziell bestätigt werden. Der DSB wird damit auch den deutschen Hallenrekord auf 594 Ringe setzen.

Respekt, (vor dem) Alter!

Andreas Tinnefeld: In meinem Leben habe ich schon viele Sportarten ausprobiert. Als Kind hat mein Großvater mir ein Pferd geschenkt und ich bekam Reitstunden. Später in der Schule war ich ein relativ guter Schwimmer und habe auch Squash gespielt. Um die 30 herum habe ich jahrelang den Kampfsport Kendo ausgeübt. Eine Sportart die mich weiterhin bis heute fasziniert, die ich aus körperlichen Gründen aber aufgeben musste. Seit 6 Jahren bin ich nunmehr dem Bogensport verfallen. In diesem Sport habe ich DEN Sport für mich gefunden. Mit über 40 Jahren merke ich aber auch so langsam, dass ich keine 20 mehr bin. Nun ja, ich gehöre vielleicht noch nicht zum alten Eisen an, aber bei einem Hundertmeterlauf werde ich einen 18-jährigen auch nicht mehr schlagen. Das ist auch gar nicht schlimm. Alles im Leben hat seine Zeit. Daher habe ich mir die Frage gestellt, wie lange ich den Bogensport altersbedingt überhaupt ausüben kann. Gibt man bei Google die Begriffe „Bogensport“ und „Alter“ ein, erscheinen sofort Berichte, ab welchem Alter es sinnvoll ist, Kindern das Bogenschießen beizubringen. Aber ab wann sollte man den Sport vielleicht nicht mehr ausüben? Gibt es eine Altersobergrenze für diesen Sport? Sollte ich mit 50 den Bogen vielleicht lieber an den Nagel hängen? All diese Fragen haben mich dazu bewegt, auch mal einen Blick in die weitere Zukunft zu werfen und an der Schießlinie mit Schützen zu sprechen, die ein paar Jahre mehr auf dem Buckel haben als ich.

Der erste Schütze, den ich interviewt habe, ist Bruno Siegmann vom BSC Oberhausen 1957 e.V. Über das Alter zu sprechen ist in unserer Gesellschaft immer noch ein Tabu, daher habe ich den Frontalangriff gewählt. „Bruno, wie alt bist Du eigentlich?“ Bruno lacht, antwortet mir aber sofort. „Ich bin von 1936 und bin jetzt 81 Jahre alt.“ So alt hatte ich ihn gar nicht geschätzt, zumal ich ihn regelmäßig an der Schießlinie sehe. Auf meine Frage wie lange man altersbedingt den Bogensport ausüben kann, muss er wieder lachen. „Ich schieße seit 1974. Von 2007 bis 2016 war ich 20 Mal Landesmeister und stand 11 Mal bei einer Deutsche Meisterschaft auf dem Podest. Meinen persönlichen Rekord habe ich 2008 auf einer FITA Senioren mit 1363 Ringen erreicht (da war er 72 Jahre alt). Oh… und auch als 81-jähriger habe ich bei einer Landesmeisterschaft des BVNW noch einen neuen Landesrekord aufgestellt.“ Bei Siegmann ist der Name also auch im fortgeschrittenen Alter noch Programm.

 

Mehr in der neuen Ausgabe vom BOGENSPORT MAGAZIN

FROHE WEIHNACHTEN

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Robin Hood – der Held mit dem Langbogen

Welches Kind kennt ihn nicht, den genialen Bogenschützen Robin Hood! Er ist tollkühn, listenreich und charmant, voller Humor, mutig und hilfsbereit. Ihn und seine Gefährten, die Merry Men, können wir noch bis zum 3. Juni 2018 im Historische Museum der Pfalz in Speyer besuchen.

 

Die Familien-Ausstellung „Robin Hood“ richtet sich an Kinder ab fünf Jahren, Familien und junggebliebene Erwachsene, die Freude daran haben, der Legende mit allen Sinnen nachzuspüren und in die Welt des Mittelalters einzutauchen.

Basierend auf den ältesten schriftlichen Überlieferungen der Sage, den spätmittelalterlichen Balladen, führt der Ausstellungsrundgang zu den typischen Schauplätzen von Robin Hoods Abenteuern: Auf 750 Quadratmetern zeigen detailreich inszenierte und bühnenartig begehbare Aktionsräume den Sherwood Forest, den Marktplatz von Nottingham, Nottingham Castle und das Kloster St. Mary’s.

 

Mehr als 20 Mitmachstationen laden die Besucher dazu ein, selbst in die Rolle der Rebellen zu schlüpfen, den geheimnisvollen Wald zu erkunden und die Burg zu stürmen, wo der ungeliebte Prinz John in Löwenherz Abwesenheit regiert. Deutlich erleben sie dabei die Kluft zwischen der einfachen Bevölkerung, die in Wohnhöhlen oder schlichten Bauernhäusern lebte, und der reichen Oberschicht, die prächtige Säle und heimelige Kemenaten bewohnte.

 

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Einzelschritte laufen automatisiert im Unterbewusstsein ab

 

Dieses Mal befasst sich Markus Wagner mit der Performance, also dem harmonischen Ablauf der gesamten Schusssequenz mit allen Einzelschritten. Es geht darum, wie man vom Erlernen der Einzelschritte (Stand, Mind-Set, Auszug usw.), die zu Beginn noch sehr bewusst ausgeführt werden, dazu kommen kann, den Ablauf als eine Bewegung, mit den konditionierten Einzelphasen, auszuführen bzw. zu empfinden.

In wie viele Einzelschritte der Schütze oder Trainer dabei den Ablauf aufteilt, ist hier nicht wichtig. Es lässt sich auf jede Anzahl umsetzen. Auch was die Bezeichnungen der Punkte hier angeht, so sind diese natürlich nicht festgeschrieben und individuell austausch- und ergänzbar.

Hinter dem Gedanken, dass ich hier Dreiecke verwendet habe, verbirgt sich, dass wir bei Handlungen einen Startpunkt (die Entscheidung zum Handeln) haben, dann die Ausführung an sich und dann die Akzeptanz dieser Entscheidung; also eben drei Punkte. Somit haben wir zu Beginn – wie hier in diesem Beispiel – sieben Phasen des Schussablaufs, die wir einzeln betrachten und erlernen müssen. Die Höhe der einzelnen Dreiecke hat übrigens nichts mit der Priorität der Phasen zu tun. Sieht nur schöner aus als eine lineare Grafik.

Je öfter wir nun diese Schritte wiederholen, desto weniger müssen wir später noch im Detail über die Art und Weise der Ausführung nachdenken. Wer denkt als erfahrener Schütze beispielsweise noch darüber nach, wie seine Hand den Weg in den Griff und die richtige Position findet? Das heißt, dass unsere hier einzeln erlernten Schritte nach und nach ins Unterbewusstsein verschoben und konditioniert werden .

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Freiwillige gesucht – World Cup Bogensport Berlin 2018 braucht Helfer

Nächsten Sommer schon etwas vor? Vom 17. Bis 22. Juli 2018 findet zum zweiten Mal der World Cup Bogensport Berlin statt. Das ist das größte und wichtigste Ereignis im Bogensport in Deutschland. Für den reibungslosen Ablauf sucht der Ausrichter, der Deutsche Schützenbund (DSB), ehrenamtliche Helfer, die zum Gelingen dieses Events beitragen.

Bewerben kann sich, wer zum Zeitpunkt des World Cups 16 Jahre oder älter ist und an mindestens vier zusammenhängenden Tagen zwischen dem 13. bis 22. Juli 2018 verfügbar ist.

Nähere Informationen und Anmeldung über www.dsb.de/termine/event/71901-WA-Weltcup/.