
Bundesliga Nord: Unruh fehlt, Floto zurück
Es hat sich einiges getan im Norden. Zwei Personalien stechen dabei jedoch heraus. Zum einen muss Rekordmeister BSC BB Berlin auf Aushängeschild Lisa Unruh verzichten, zum anderen kehrt Florian Floto, Olympia-Neunter von Rio 2016, für den SV Querum an die Schießlinie zurück. Unruh hat sich im Oktober nach dem Riss an der Supraspinatussehne in der rechten Schulter einer Operation unterzogen und befindet sich aktuell in der Rehabilitation. Ihr Ziel ist ganz klar: Tokio 2020. Die Bundesliga kommt dabei natürlich viel zu früh, sodass die Berliner „nur“ mit Elena Richter, Christoph Breitbach und Jannis Kramer an den Start gehen. Für Trainerin Irene Abel bleibt das Saisonziel – das Finale in Wiesbaden am 29. Februar – natürlich trotzdem bestehen.
Dies hat auch der SV Querum vor Augen, auch wenn Präsident Jürgen Wendt als erstes Ziel „drin bleiben“ ausgibt. Doch mit der Rückkehr von Floto hat das Team „deutlich an Qualität gewonnen und schon ohne ihn vermochten sie als Vierter beim Finale zu überzeugen“, meint Andreas Hehenberger, Trainer von Konkurrent SV Dauelsen. Sein Team bleibt nahezu unverändert und setzt mit Sebastian Rohrberg, der seine 22. (!) Ligasaison für den Klub bestreitet, und Florian Kahllund auf zwei große Stützen.
Ein klarer Kandidat für das Finale der besten acht Teams ist der letztjährige Aufsteiger SV Guts Muths Jena. Das mit jungen Kaderschützen wie Nils Schwertmann, Adrian-Erik Scheiding, Charline Schwarz oder Konrad Komischke glänzend besetzte Team will auch im zweiten Jahr der Erstliga-Zugehörigkeit für Furore sorgen. Jenas Ligaleiter Mario Voigt sagt forsch: „Unsere Zielstellung ist natürlich wieder das Erreichen des Finales. Wir wollen versuchen, unser Ergebnis vom Vorjahr zu verbessern!“ Damals scheiterte Jena knapp in der Vorrunde und wurde Fünfter.
Den Klassenerhalt gibt als primäres Ziel der Blankenfelder BS aus. Zumal mit der niederländischen Kaderschützin Claire van Dijck eine Leistungsträgerin den Verein verließ. Die intensive Vorbereitung, in der die Blankenfelder traditionell an den letzten vier Sonntagen vor dem Start einen Wettkampftag simulieren, kann aber vor allem zum Saisonstart von Vorteil sein.
Ein Liga-Urgestein ist der Sherwood BSC Herne, der in der vergangenen Saison äußerst knapp dem Abstieg entging. Das soll 2019/20 nicht passieren, deswegen sagt Schütze Jan Ginzel: „Unser erstes Ziel ist es, nicht abzusteigen. Dann wird man nach den ersten zwei Spieltagen sehen, wohin die Reise geht. Das Finale ist natürlich immer das Ziel, aber das ist schwer vorauszusagen.“
Zumal keiner genau die Qualitäten der beiden Aufsteiger TuS GW Holten und RSV Detmold-Klüt kennt. Doch zumindest Holten ist für seine gute Nachwuchsarbeit bekannt und möchte diese Qualität auch in der höchsten deutschen Klasse zeigen: „Uns ist bewusst, dass wir in eine sehr starke Liga aufgestiegen sind. Unser Ziel ist dennoch, den Klassenerhalt zu schaffen und im kommenden Jahr erneut in der ersten Bundesliga zu starten“, so Schütze Marc Kathage.
Fazit: Die Liga scheint ausgeglichen, und es gibt sechs Teams, die das Potenzial haben, das Finale zu erreichen. Die Aufsteiger sind von allen schwer einzuschätzen und sollten aber für die eine oder andere Überraschung gut sein.
Nach der kontinuierlichen Steigerung der letzten Jahre mit diesem deutlich verjüngten Team möchten wir die Serie einfach fortsetzen!
Bundesliga Süd: Ebersberg und Tacherting sind die Favoriten
Im vergangenen Jahr gingen die drei ersten Plätze in Wiesbaden an die Südstaffel, die auch in der neuen Saison für Furore sorgen möchte. Allen voran Titelverteidiger BGS Ebersberg mit den Kaderschützen Michelle Kroppen, Cedric Rieger und Maximilian Weckmüller. Trainer Andreas Blaschke redet auch nicht lange um den heißen Brei herum, wenn er auf das Saisonziel angesprochen wird: „Titelverteidigung!“ Einziges „Problem“ könnte sein, dass die Kaderathleten nicht immer zur Verfügung stehen könnten, weil für Bundestrainer Oliver Haidn und die Schützen selbst natürlich Tokio 2020 im Fokus steht und auch in den Wintermonaten bereits fleißig darauf hintrainiert wird.

Gleiches gilt für Vizemeister FSG Tacherting, der letztmals 2008 über den nationalen Titel jubeln konnte. Mit Katharina Bauer, Nika Haidn-Tschalova, Johannes Maier, Moritz und Felix Wieser stehen gleich fünf Kaderschützen in der Mannschaft, sodass Trainer Helmut Huber selbstbewusst sagt: „Wenn wir uns auf uns selbst konzentrieren, können wir jeden schlagen.“ Und fügt hinzu: „Nach der kontinuierlichen Steigerung der letzten Jahre mit diesem deutlich verjüngten Team möchten wir die Serie einfach fortsetzen!“ Zur Erklärung: 2017 wurde Tacherting Achter, 2018 Vierter, 2019 Zweiter…
Dritter klarer Final-Kandidat im Süden ist die SGi Welzheim von Trainerin Sandra Sachse. Vor allem die Verpflichtung von Jonathan Vetter dürfte den fünffachen Titelträger nach drei sieglosen Duellen beim Bundesligafinale 2019 wieder von Höherem träumen lassen.
Doch auch im Süden – da sind sich alle Beteiligten einig – ist das Niveau hoch und ausgeglichen. Das wies auch der BC Villingen-Schwenningen im Februar dieses Jahres nach, als der südlichste Bundesligaklub überraschend die Bronzemedaille gewann. Das Team hat einen guten Mix aus Routine (Dominic Gölz) und Jugend (Sarah Reincke) und könnte ein Profiteur davon sein, dass die anderen Teams bisweilen auf ihre Kaderschützen verzichten müssen. So, wie beispielsweise der TS 1861 Bayreuth, zu dessen Situation Kapitän Mark Fichtner sagt: „Durch die Olympia-Vorbereitung unserer Topschützin Elisa Tartler wird sie uns voraussichtlich nur begrenzt zur Verfügung stehen. Nach den guten Leistungen von letzter Saison wird voraussichtlich Franziska Langhammer für sie in das Stamm-Trio hochrutschen.“
Roland Wexler, Trainer der BS Neumarkt, gibt sich keinen großen Illusionen hin, wenn er über das Saisonziel spricht: „Unsere Zielsetzung ist der Klassenerhalt. Für uns als Mannschaft, die nur aus Vereinsschützen besteht, wird es jedes Jahr schwieriger, in der 1. Bundesliga zu bestehen angesichts der mit Kaderschützen aufgerüsteten Mannschaften.“ Die Mannschaftsstärke soll am Heim-Wochenende für einen guten Ligastart sorgen.
Gleiches schwebt auch den Aufsteigern SG Freiburg und KKS Reihen vor. Freiburg verstärkte sich mit Luca Klein, dem Hallenmeister Luxemburgs. Reihen mit Trainerin Claudia Heilig setzt auf die im Verein ausgebildeten Schützen und eine eingeschworene Gemeinschaft.
Fazit: Die Spitzenteams im Süden haben ein extrem hohes Niveau, wenn alle Schützen an Bord sind. Durch die Olympia-Vorbereitung und das mögliche Fehlen der Stars bietet sich auch den „Außenseitern“ eine Chance auf das Finale.
Deutsche Meisterschaften 2020

Die Bogenwettkämpfe bei „Die Finals“ sollen in Duisburg ausgetragen werden, wobei ausschließlich im Mixed geschossen wird. „Es werden die Deutschen Meister im Mixed Recurve und Compound ermittelt, die Einzel- und Teamwettbewerbe finden wie geplant im September in Wiesbaden statt“, erklärt DSB-Vizepräsident Sport Gerhard Furnier. Im Recurve treten sowohl bei den Senioren als auch Junioren bis zu 40 Mixed-Teams an, im Compoundbereich sind die Teilnehmer in einer Klasse (ebenfalls bis zu 40 Teams) zusammengefasst. Dementsprechend werden 120 Bogen-Teams, maximal zwei pro Landesverband und Disziplin, in Duisburg an den Start gehen.
NRW-Ministerpräsident Armin Laschet freut sich, dass die Finals 2020 im Sportland Nordrhein-Westfalen stattfinden: „Die Wettbewerbe der Deutschen Meisterschaften vieler olympischer Sommersportarten werden an Rhein und Ruhr ausgetragen, das ist eine weitere großartige Nachricht für unser Sportland. Nordrhein-Westfalen entfacht Begeisterung für den Sport. Wir tun dies nicht nur durch eine breit angelegte Sportförderung, sondern auch durch die Ausrichtung von herausragenden nationalen und internationalen Sportveranstaltungen.“
Das Land Nordrhein-Westfalen unterstützt die Finals Rhein-Ruhr 2020 mit rund vier Millionen Euro. Das Sportprogramm bietet eine interessante Mischung aus traditionellen sowie jungen, aufstrebenden Sportarten, ARD und ZDF übertragen ausführlich von dem Multisportevent.
Alle weiteren Details sowie die involvierten Sportarten werden Anfang des Jahres 2020 bekanntgegeben.
Quelle (Staatskanzlei NRW/DSB)

Bogensport: Nervenstark zum Titel
Der Start ins Finale gegen die Überraschungs-Finalistin Zyzanska, die Weltranglisten-74., verlief alles andere als perfekt: Die hohen Wertungen wollten nicht fallen, in der zweiten Passe unterlief Richter gar eine „5“. Da aber auch die Polin mit den schwierigen Bedingungen zu kämpfen hatte, konnte die Berlinerin zumindest ein Unentschieden in der zweiten Passe erreichen. „Ich bin etwas holprig gestartet, konnte meine Aufregung nicht sicher kontrollieren“, sagte Richter nach dem Match. „Doch dann habe ich es in den Griff bekommen und zurück zu meiner Stärke gefunden.“ In der Tat kam sie ins „Rollen“, glich aus und lieferte am Ende Bestform ab. Zwei 29-er Passen sorgten für die Punkte vier, fünf und sechs und den Sieg sowie großen Jubel: „Ich bin überglücklich, dass ich nach der Vorrunde mit Gold nach Hause fahre. Und das auch noch als erste Siegerin im Bogenschießen.“ Hintergrund: Erstmals war der Bogensport im Programm der Military World Games.
Dann habe ich die Aufregung in den Griff bekommen und zurück zu meiner Stärke gefunden!
Der Triumph war nach der Qualifikation, die Richter nur als 16. Beendete („ich blieb in der Vorrunde unter meinen eigenen Erwartungen“) nicht unbedingt zu erwarten, denn u.a. musste sie die Weltranglisten-Dritte, Qualifikations-Erste und Weltcupsiegerin von Antalya in diesem Jahr, die Chinesin Yichai Zheng, aus dem Weg räumen. Aber Richter fand ihre Schießtechnik wieder und zeigte in allen Ko-Runden eine konstant herausragende Leistung mit hohen Passen.
Im Mixed musste sich Richter an der Seite von Camilo Mayr mit Platz neun begnügen. Im 1/8-Finale ereilte sie gegen die Ukraine mit 2:6 (33-34, 31-37, 34, 32, 35-38) das Aus.
Schießsport: Müller verpasst Medaille trotz starker Leistung
Dagegen blieben die erfolgsverwöhnten Gewehrschützinnen ohne Edelmetall: Lisa Müller musste sich trotz starker Leistung (1177 Ringe) im 50m Dreistellungskampf mit Platz sechs begnügen, lediglich zwei Ringe fehlten ihr zur Bronzemedaille. Jolyn Beer kam auf Rang 20 (1170 Ringe), Anna-Lena Geuther auf Platz 22 (1167 Ringe). Im Team kam das Trio auf Platz neun ins Ziel.
Ohne Chancen blieben die deutschen Teilnehmer im Wettbewerb mit der Zentralfeuerpistole: Oliver Geis wurde 29. (576 Ringe), Michael Heise 48. (570 Ringe). In der Teamwertung erreichten die beiden an der Seite von Tobias Piechaczek Rang 19.
Auch im Wettbewerb 300m Schnellfeuergewehr gab es für die deutschen Teilnehmer nichts zu holen: Das Team Mario Nittel, Patrick Seyfarth und Sebastian Liepelt wurde Neunter.
Nach „Halbzeit“ in den Skeet-Wettbewerben ist vor allem für Sven Korte und Vincent Haaga (jeweils 72 Treffer) eine Medaille noch möglich. Ralf Buchheim (69 Treffer) hat vor den letzten beiden Durchgängen bereits zuviel Rückstand, Gleiches gilt wohl auch für Nele Wißmer (66 Treffer). Kathrin Murche (30) und Bettina Valdorf (25) erlebten drei „schwarze“ Serien.
Text:DSB
Bogensport: Richter ganz stark in Ko-Phase
Die Qualifikation lief für Elena Richter nach dem Motto „ganz okay“. Mit 642 Ringen beendete sie die Qualifikation als 16 und verschaffte sich damit nur eine ordentliche Ausgangsposition. „Wir konnten die ersten drei Tage hier vor Ort nicht schießen, erst zum offiziellen Training einen Tag vor der Vorrunde. Da blieb nur Trockentraining und Athletiktraining im Dorf. So war es für mich schwierig in den Wettkampf rein zu finden, und ich blieb in der Vorrunde unter meinen eigenen Erwartungen.“ In der Ko-Phase drehte die 30-jährige Berlinerin dann aber mächtig auf: 7:1 gegen eine Französin (1/16-Finale), 6:4 gegen die Qualifikations-Erste und Weltranglisten-Dritte Yichai Zheng aus China (1/8-Finale), 6:2 gegen eine Nordkoreanerin (1/4-Finale) und schließlich 6:4 im Halbfinale gegen die russische Olympia-Zweite mit dem Team, Inna Stepanova. Verständlich, dass Richter sehr zufrieden ist: „Zum Glück habe ich meine Schießtechnik wieder gefunden. Dass es das Goldfinale geworden ist, hätte ich nicht erwartet, freut mich aber umso mehr.“ Silber ist sicher, das große Ziel lautet nun Gold, und dort steht am 24. Oktober mit der Polin Sylwia Zyzanska eine absolute Überraschung neben Richter. Zyzanska ist lediglich die Weltranglisten-74. und konnte international bisher wenig vorweisen. In Wuhan schoss sie aber stark und bezwang u.a. eine Chinesin und Russin auf dem Weg ins Goldfinale.
Camilo Mayr belegte in Wuhan Platz 17. Nach einer mäßigen Qualifikation (630 Ringe) gelang ihm im 1/32-Finale ein sicheres 6:2 gegen einen Nordkoreaner, ehe er in der nächsten Runde dem Inder Rai Tarundeep mit 4:6 unterlag. Mayr kämpfte sich nach einem 0:4-Start zurück ins Match, musste in der letzten Passe aber ein 28-28 hinnehmen, was gleichbedeutend mit der Niederlage war.
Text: DSB
Bogensport: Lisa Unruh muss operiert werden
Die Probleme hatte Unruh bereits länger: „Ich habe seit zweieinhalb Monaten Schmerzen und auch die Finals in Berlin damit geschossen.“ Der anschließende Urlaub sollte Besserung bringen, da die Olympia-Zweite von Rio von einer Überlastung ausging. Da die Schmerzen nicht nachließen, wurde in der vergangenen Woche ein MRT gemacht, das die ernüchternde Diagnose brachte.
Am Dienstag folgt nun die Operation bei einem Spezialisten, den Bernd Wolfarth, der leitende Olympiaarzt der deutschen Mannschaft, vermittelt hat. „Ich hoffe, dass die Operation gut verläuft! Dann wird alles getan, um die Genesung voranzutreiben!“
Ich will da unbedingt hin!
Bogensport-Deutschland und der DSB drücken die Daumen!
Text:DSB

„Was für ein Traum!“ – Peter Lange, Disziplinverantwortlicher Feldbogen, konnte sein Glück kaum fassen, nachdem sowohl das Männer- als auch das Frauenteam sich mit einer Medaille bei der Europameisterschaft belohnte. Michael Meyer (Blankbogen), Karsten Sprenger (Recurve) und Florian Stadler (Compound) schossen großartig, schlugen zuerst Schweden mit 58:56 Ringen, bezwangen Frankreich im Halbfinale mit 61:58 Ringen und lieferten zum Abschluss im Gold-Finale eine tolle Vorstellung mit 56:55 Ringen gegen die Nachbarn aus Österreich. „In drei Jahren drei Titel! Das muss man erst mal nachmachen“, so Lange vollen Lobes für sein Team. Für Karsten Sprenger war es gar der erste internationale Einsatz. „Gegen Schweden war ich ziemlich aufgeregt“, gab Sprenger zu, „aber ich habe mich durchwegs gesteigert.“ Die Gunst des letzten Schusses lag derweil bei Blankbogenschütze Michael Meyer. Sein Pfeil sollte nicht nur über Gold und Silber entscheiden, sondern musste auch noch ins Gold treffen: „Das muss man ausblenden!“ Der Routinier behielt die Nerven und besiegelte den Titel für Deutschland.
Damenteam holt Silber
Ebenfalls goldene Finalluft durften Nora Kipferler (Blankbogen), Teresa Wellner (Compound) und Daniela Klesmann (Recurve) schnuppern. Während sie sich im Halbfinale knapp gegen Frankreich mit 55:54 Ringen durchsetzten, ließen ihnen die Profis aus Italien im Gold-Finale keine Chance. Das musste auch Peter Lange neidlos anerkennen: „Die schossen in einer anderen Welt und hätten im Finale mit 64 Ringen auch jede Männermannschaft schlecht aussehen lassen.“ Silber für das Team ist trotzdem ein riesen Erfolg, denn eigentlich lagen die Medaillenerwartungen eher im Einzel. Dass es dann eine Teammedaille wurde, überraschte auch Daniela Klesmann: „Wir sind in der Ausscheidung alle knapp an einer Einzelmedaille vorbeigeschrammt und haben dann noch einmal Gas gegeben, um uns unsere Medaille zurückzuholen.“ Für Teresa Wellner war vor allem das Finale noch einmal eine Herausforderung: „Wir haben gefühlt die ganze Woche bergauf geschossen, das Finalfeld war auf einmal bergab – das war eine besondere Challenge, aber auch eine schöne Abwechslung ein schwieriger Parcours, aber auf alle Fälle finalwürdig.“ Alle drei Frauen hatten sich bereits in der Qualifikation der Einzelwettkämpfe hervorragend präsentiert. Nora Kipferler gelang mit 628 Ringen gar eine neue persönliche Bestleistung und auch Daniela Klesmann lieferte mit 694 Ringen ihr internationales Bestergebnis ab und reihte sich am Ende in den Top-5 ein. Bis ins Bronze-Finale mit dem Compound-Bogen schaffte es sogar Julia Böhnke, die dort aber der Französin Tiphaine Renaudin mit 64:61 Ringen den Vortritt lassen musste. Das bedeutete am Ende Platz vier im Endklassement für Böhnke, Platz zehn für Teresa Wellner und Platz 18 für Katharina Landrock. Martina Boscher (7. Platz) und Nora Kipferler (9. Platz) gelang ebenfalls der Sprung in die Top-10 in der Blankbogen-Konkurrenz.

Blankbogen: Meyer belohnt sich mit Bronze
Für die einzige Einzelmedaille des deutschen Teams sorgte Blankbogenschütze Michael Meyer. Er unterlag im Halbfinale denkbar knapp dem Franzosen David Jackson mit 49:48 Ringen und lieferte sich auch im kleinen Finale gegen Alois Steinwender ein spannendes Match. „Da hatte er eine harte Nuss zu knacken“, bestätigte Lange. Bis zur dritten Scheibe lagen beide gleichauf, erst auf der vierten Scheibe fiel die Entscheidung zu Gunsten des Deutschen. „Für mich ist das eine ganz tolle persönliche Leistung hier auf dem Treppchen zu stehen“, so Meyer, der vor zwei Jahren mit Platz vier knapp an der Medaille vorbeischrammte. Die Compound-Schützen Florian Stadler, Henning Lüpkemann und Yannick Schütz beendeten ihren Wettkampf auf den Plätzen neu, 15 und 16, Karsten Sprenger (Recurve) landete auf Platz 21.
„Bis auf Henning Lüpkemann konnten alle anderen Deutschen Teilnehmer ihre Saisonform abrufen und sich entsprechend platzieren“, so das positive Fazit des Trainers: „Insgesamt ein ganz großer Erfolg des DSB-Teams, vor dem ich nur den Hut ziehen kann.“
Bilder:World Archery Europe Text: DSB Titelbild: Feldbogensport

Für Unruh und Kahllund wie auch die anderen Recurve-Nationalkader hat bereits die Vorbereitung auf die olympische Saison begonnen. Dementsprechend müssen in Slowenien andere in die Bresche springen. Mit Daniela Klesmann (Recurve), Katharina Landrock und Teresa Wellner (Compound) sowie Boscher und Meyer (Blank) sind fünf Aktive dabei, die im vergangenen Jahr bei der WM in Cortina d’Ampezzo mitschossen. Letzteren sieht Lange auch in der Verantwortung, wenn es darum geht, das Team zu führen: „Natürlich bin ich in erster Linie dafür verantwortlich, aber natürlich kommt aus Athletensicht Michael Meyer dafür in Frage. Er war vor zwei Jahren in der Gold-Mannschaft an selber Stelle und auch im letzten Jahr bei der WM der entscheidende Mann.“
Lange ist optimistisch, dass sich sein nominiertes Team trotz der starken Konkurrenz aus Frankreich, Österreich, Italien, Schweden und Gastgeber Slowenien gut schlagen wird: „Ich bin überzeugt, dass wir mit den Mannschaften und in einigen Einzeldisziplinen durchaus die Runde der letzten Sechs erreichen können. Mit dem Compound sind wir stark aufgestellt, in der Blankbogendisziplin sollte das auch klappen. Daniela Klesmann ist mit dem Recurve stark wie nie und hat vor zwei Jahren an gleicher Stelle die Silbermedaille geholt.“
Ich bin überzeugt, dass wir mit den Mannschaften und in einigen Einzeldisziplinen durchaus die Runde der letzten Sechs erreichen können!
Dabei müssen sich die, die vor zwei Jahren an der EM teilnahmen, nicht umstellen: Geschossen wird nämlich erneut auf dem Golfplatz des Schlosses Mokrice. „Es ist sicher nicht der anspruchsvollste Parcours, aber es sind genug tückische Scheiben dabei, um die Spreu vom Weizen zu trennen“, so Lange.
Das deutsche Team in Mokrice
- Recurve: Daniela Klesmann, Karsten Sprenger,
- Compound: Yannick Schütz, Katharina Landrock, Teresa Wellner, Julia Böhnke, Henning Lüpkemann, Florian Stadler
- Blank: Michael Meyer, Martina Boscher, Nora Kipferler
Betreuer: Peter Lange
Text:DSB

Recurvebogen: Bettermann und Voß siegen
Mit Rainer Bettermann (BS Wildeshausen, 422 Ringe) und Melanie Voß (Rovers BS Hiltrup, 345 Ringe) gab es zwei neue Titelträger. Bettermann „entthronte“ Titelverteidiger Volker Kindermann und wies am Ende zwei Ringe mehr auf. Die letztjährige Bronzemedaillengewinnerin Voß steigerte ihr Vorjahres-Ergebnis um 38 Ringe und siegte dementsprechend souverän mit 16 Ringen Vorsprung.
Compoundbogen: Pflug und Flöck-Schmitt verteidigen Titel
Im vergangenen Jahr siege Sascha Pflug (SV Querum) mit zwei Ringen Vorsprung, dieses Mal machte er es noch spannender: 492 Ringe zu 491 Ringe von Tobias Heeg (SV Windesheim) gaben den Ausschlag. Anschließend sagte der alte und neue Titelträger: „Ich konnte mich in meiner Gruppe peu à peu absetzen. Das Abschätzen hat sehr gut funktioniert, der Bogen war sehr gut eingestellt. Von den ersten 18 Zielen war ich etwas enttäuscht, weil sie leicht und nah waren. Die letzten sechs Ziele waren aber der Hammer, da habe ich richtig liegen lassen und es hat gerade so gereicht.“
Gereicht hat es auch locker für Andrea Flöck-Schmitt (BSC Bad Kreuznach, 464 Ringe), die bei den Damen mit zehn Ringen Vorsprung ebenfalls ihren Titel verteidigen konnte, und Bernd Deters (SuS Schwichteler, 489 Ringe), der nach Platz vier aus dem Vorjahr die DM in der Masterklasse gewann.
Delmenhorst weiß, was zu tun ist!
Blankbogen: Staszewski mit lupenreinem Hattrick
An Richard Klesmann (BS Nürtingen, 424 Ringe, Herren), Diana Wiesner (SV Beimerstetten, 392 Ringe, Damen), Andreas Staszewski (SV Nienhagen, 430 Ringe, Master), Gudrun Schneider-Risch (Bogenschützen Münster e.V., 370 Ringe, Master weiblich) und Julia Wien (SGes Hamm a.d. Sieg 1841 e.V., 283, Jugend) war in Delmenhorst kein Vorbeikommen. Klesmann verteidigte mit 14 Ringen ebenso seinen Titel wie Staszewski, der sogar einen lupenreinen Hattrick feierte und anschließend sagte: „Mein Ziel war, das Tripple zu schaffen, da setzt man sich selber ein wenig unter Druck. Das war mit eine meiner schönsten Meisterschaften, aber wenn man gewinnt, ist das meistens so.“ Beachtenswert war die Steigerung von Wiesner, die 2018 Zehnte war und ein Jahr später mit 105 (!) Ringen mehr und einem Polster von 24 Ringen souverän siegte.

Langbogen: Hartwich siegt bei Ringgleichheit
Das spannendste Duell um den DM-Titel gab es bei den Herren mit dem Langbogen. Am Ende wiesen Dirk Hartwich (SV Hohegeiß) und Günter Ganser (Bogenschützen Feucht) jeweils 332 Ringe auf, Gold ging an Titelverteidiger Hartwich, da er mit 6:3 die Wertung der 11-er Ringe gewann. Danach sprach er von einem gelungenen Tag: „Wir hatten großes Glück mit dem Wetter. Der Parcours war anspruchsvoll, aber machbar. Was nicht zu treffen war, lag am Schützen. Delmenhorst weiß, was zu tun ist.“ Mit Ursula Herget (BSC Laupheim, 289 Ringe) und Jürgen Lippek (SV Böddiger, 353 Ringe) gab es bei Damen und Masters zwei neue Titelträger.

Instinktivbogen: Fünf neue Titelträger
Fünf neue Deutsche Meister wurden mit dem Instinktivbogen gekürt:Christian Cordes (Foto)(SV Holtorf, 359 Ringe, Herren), Taina Jäkel (SV Sindelsdorf, 320 Ringe, Damen), Rainer Hauses (Krefelder SSK 1842, 370 Ringe, Master), Rosa Janwlecke (SC Varl, 331 Ringe, Master weiblich) und Florian Koch (SAbt Dettingen/Iller, 275 Ringe, Jugend) siegten jeweils deutlich, die sieben Ringe Differenz von Cordes war der geringste Abstand zum Zweiten. Zweite DM-Teilnahme und zweite DM-Medaille hieß es für Jäkel, die nach Bronze im Vorjahr dieses Mal ganz oben auf dem Treppchen stand und sich lobend äußerte: „Ich fand den Parcours super, er war nicht zu leicht und manchmal etwas kniffelig, wie die kleinen Tauben beispielsweise. Beim Instinktivschießen spielt sich viel im Kopf ab, man schaut sich das Ziel an und lässt los. Ich fand das Gelände toll mit uralten Bäumen und gewachsen. Durch die Gräben war es sehr interessant, es war einfach gelungen.“ Genau wie ihr Auftritt und der anderen Meister, Medaillengewinner und Platzierten.
Text:DSB

Insgesamt sind Sportler aus 18 der 20 Landesverbände dabei, wenn in den Altersklassen Damen, Herren, Master und Jugend mit den verschiedenen Bögen (Recurve, Compound, Blank, Lang und Instinktiv) um die Plätze gekämpft wird. Natürlich sind auch die meisten der Titelverteidiger am Start. So beispielsweise Volker Kindermann (BS Nürtingen, Recurve Herren), Sascha Pflug (SV Querum, Compound Herren) oder Andrea Flöck-Schmitt (BSC Bad Kreuznach, Compound Damen). Letztere hatte 2018 bei der DM in Hinzweiler mit sage und schreibe 32 Ringen Vorsprung den Titel gewonnen. Nicht dabei sind dagegen die WM-Teilnehmer Jens Asbach und Michael Feuring, die erst vor wenigen Tagen an den Titelkämpfen im kanadischen Lac la Biche teilnahmen.
Für alle Bogenschützen werden gleiche Bedingungen herrschen, denn für die DM wird eigens ein Parcours aufgebaut. D.h. ein Begehen oder Beschießen der aktuellen Parcoure ist zwecklos.
Am ersten Tag der DM fallen die Entscheidungen im Recurve-, Blank- und Langbogen, am Sonntag folgen die Compound- und Instinktivbogenschützen.
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Am Ende sprangen die Plätze 15 (Asbach) und 41 (Feuring) für die Debütanten an der 3D Weltmeisterschaft heraus: „Jens konnte sich durch eine solide Leistung mit 971 Ringen für die Ko-Phase qualifizieren, bei Michael (832 Ringe, Anm. d. Red.) lief es an beiden Tagen gar nicht, er hat in der Qualifikation überhaupt nicht zu seiner Form gefunden“, fasste Peter Lange, der DSB-Disziplinverantwortliche, die Qualifikation zusammen.
In der zweiten Runde der Ko-Phase ereilte Asbach das (unnötige) Aus gegen den US-Amerikaner Ethan Johonson. Unerwartet deshalb, weil Asbach quasi immer vorne lag. So auch vor dem letzten Ziel mit 50:47, doch nach einer Fünf unterlag er am Ende 55:57. „Jens verschätzte sich beim letzten Pfeil und verfehlte das Kill um wenige Millimeter. Die Leistungsdichte hier ist extrem hoch, und bei nur sechs zu schießenden Pfeilen wird jeder Fehler bestraft. Insgesamt können wir mit seiner Leistung aber zufrieden sein“, so Lange.
Lange zeigte sich von der Weltmeisterschaft begeistert: „Die WM in Lac La Biche ist die bestorganisierte internationale Meisterschaft, an der wir bisher teilgenommen haben. Der Aufwand, der hier betrieben wurde, ist beispielhaft. Die Logistik, die Verpflegung und selbst das Wetter sind perfekt. Es gibt sogar ein Rahmenprogramm mit Indianertanz, Rodeo und Barbecue.“
Quelle/Text:DSB