Dr. Spot: Fragen an das BSM-Experten-Team

Dr. Spot: Fragen an das BSM-Experten-Team

Nach dem Motto „Sie fragen – wir antworten“ veröffentlicht das BSM regelmäßig hilfreiche Tipps rund ums Bogenschießen. Wenn Sie ebenfalls mal Rat & Hilfe unseres Experten-Teams benötigen, lassen Sie es uns gerne wissen: dr.spot@bogensport.de. Im Folgenden lesen Sie Fragen und Antworten aus unsereren Ausgaben 5 und 6/2025.

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Frage an das Experten-Team:

„Wie weit dürfen beim Recurve die Seitenstabilisatoren abstehen?“

Antwort von Sabrina Steffens:

Hierfür sind in der Sportordnung keine Maße festgelegt. Dort steht lediglich, dass Stabilisatoren und Schwingungsdämpfer erlaubt sind. Ein Kampfrichter wird immer dann die Stabilisatoren beanstanden, wenn sie so weit vom Bogen abstehen, dass sie andere Schützen auf der Schießlinie behindern. Sieht man eine etwas außergewöhnlichere Anbringung der Stabilisatoren beim Feldbogen- und 3D-Schießen, wird auch geschaut, ob diese so angebracht wurden, um eine Zielhilfe darzustellen. In jedem Fall ist aber den Anweisungen der Kampfrichter Folge zu leisten. Wenn der Kampfrichter der Ansicht ist, dass die Anbringung der Stabilisatoren ein Sicherheitsrisiko darstellt oder andere Schützen behindert, sind sie abzumontieren oder anders anzubringen.

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Frage an das Experten-Team:

„Ich habe erfahren, dass einige Bogenschützen ein drittes Leder beim Tab einsetzen. Gleitet die Sehne damit besser vom Leder?“

Maximilian Weckmüller:

Ja, das stimmt, einige Tabs werden mit einer dritten Lage geliefert. Beim Fairweather-Tab werden beispielsweise drei relativ dünne Lagen Känguruleder verwendet. Im Vergleich zu „traditionellen” Tabs ersetzen zwei der Schichten die dicke Lederschicht. Das oberste Leder ist bei normalen Tabs schließlich auch dünn. Ich selbst schieße mit einem KSL-Tab, der drei Lagen des Fairweather-Tabs enthält. Ich finde die Art des Leders gut und die drei Schichten verhalten sich aus meiner Erfahrung etwas besser als eine dicke und eine dünne Schicht.

Beim Axcel-Tab sind es ebenfalls drei Schichten, allerdings zwei traditionelle Schichten und eine zusätzliche, dünne Gummischicht. Brady Ellison hat es mitentwickelt, um Fingerschmerzen zu verhindern. Ich habe von dieser Variante auch viel Gutes gehört und viele nutzen dieses Tab mit den drei Schichten. Ich denke nicht, dass die drei Schichten in erster Linie beim besseren Gleiten helfen. Da spielt die Art des Leders meiner Meinung nach eine größere Rolle. Mir ging es bei den drei Schichten damals eher um das etwas weichere Gefühl als um das bessere Gleiten.

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Frage an das Experten-Team:

„Warum gibt es asymmetrische Nocken?“

Antwort von Andreas Lorenz:

Werner Beiter hat Mitte der 1980er Jahre mit dem Bogensport begonnen und sich damit befasst, Produkte besser zu machen. Die Beiter-Nocke wurde asymmetrisch geboren, um sich der Asymmetrie der ausgezogenen Sehne anzupassen und so ein besseres Abschussverhalten zu ermöglichen. Beim sogenannten „Mediterranen Griff“ werden Zeige-, Mittel- und Ringfinger verwendet. Der Zeigefinger befindet sich oberhalb, der Mittel- und Ringfinger unterhalb des Pfeils, somit liegt der Nockpunkt zwischen Zeige- und Mittelfinger. Da daraus eine Asymmetrie erfolgt, hat Werner Beiter die Nocke asymmetrisch gestaltet. Das ist auch eines der Hauptansprüche des Beiter-Patentes. Es gibt kaum einen Recurveschützen, der diesen Vorteil nicht nutzen will.

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Frage an das Experten-Team:

„Sollten Spin Wings oder ähnliche Befiederung mit einem leichten Drall auf den Schaft geklebt werden oder sorgt die geschwungene Form bereits für eine Rotation des Pfeils im Flug?“

Antwort von Felix Wieser:

Die geschwungene Form bei den Spin Wings reicht vollkommen aus, um den Pfeil rotieren zu lassen. Du solltest lediglich darauf achten, dass alle Federn eine Drehung in dieselbe Richtung erzeugen. Das sollte aber bei Spin Wings kein Problem sein. Meine Spider Vanes wiederum, klebe ich schon leicht schräg auf den Pfeil, weil es hier schnell sein kann, dass eine Feder leicht in die entgegengesetzte Drehrichtung zeigt und somit gegen die anderen beiden Federn arbeiten würde.

Ich hoffe ich konnte dir helfen und wenn du oder deine Freunde weitere Fragen habt, könnt ihr euch gerne jederzeit an Dr. Spot wenden. Sicher haben andere auch die gleichen.

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Frage an das Experten-Team:

„Ich habe seit längerer Zeit tendenziell eine deutliche Seitenstreuung, während die Höhenstreuung der Pfeile eher akzeptabel ist. Kann ich das im Training gezielt verbessern und welche Methode wäre hier zu empfehlen?“

Antwort von Lisa Unruh:

Seitenstreuung kann leider sehr sehr viele Ursachen haben, aber beleuchten wir hier mal einige Möglichkeiten.

Schießtechnik:
– der Bogen wird unterschiedlich schief und auch mal gerade gehalten, hier vielleicht mal eine andere Griffschale testen oder je nachdem eine Gewichtscheibe mehr oder weniger an die Seitenstabis schrauben,
– der Sehnenschatten ist unterschiedlich je nachdem wie lange der Schuss dauert kann es sein, dass der Sehnenschatten in Richtung Mittelteil wandert, weil sich z.B. der Kopf mitdreht,
– die Schultern sind unterschiedlich weit in Linie gestellt,
– Zugfinger haben mal mehr mal weniger Spannung und geben beim Lösen der Sehne einen unterschiedlichen Drall mit,
– Zielkontrolle, kommt man im Abschuss wirklich immer in der Mitte ab?

Tuning:
– der Bogen ist nicht gerade eingestellt, das kann man sehr leicht mittels Beiter Wurfarmlehren kontrollieren,
– der Center ist nicht richtig eingestellt und der Bogen reagiert deshalb sehr zickig auf Lösefehler, den Center kann man mittels „Walk Back“ Test richtig einstellen,
– Pfeil zu weich oder zu hart, hier Rohschafttest auf 30m und mindestens 3 Rohschäfte, je nach Seite Zuggewicht anpassen.

Die möglichen Schießtechnischen Fehler können z.B. mittels Video Delay App kontrolliert und verbessert werden. Wenn man einen Trainer hat, kann dieser regelmäßig die Geradheit des Bogens, den Sehnenschatten oder auch die Linie kontrollieren. Hilfreich ist auch das Streifentraining in seinem Training zu integrieren um die Höhe und Seite regelmäßig zu vergleichen.

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Frage an das Experten-Team:

„Ist das Aufkleben von Naturfedern mit einem Drall bzw. einem Winkel sinnvoll oder genügt es, die Federn einfach gerade auf den Schaft zu kleben?“

Antwort von Max Weckmüller:

Im Normalfall reicht es bei einer langen Naturfeder aus, sie gerade aufzukleben. Die Hauptaufgabe der Feder ist das Stabilisieren des Hecks des Pfeils. Das erreicht man auch gut genug mit einer geraden Feder. Der Drall des Pfeils entsteht auch beim Rohschaft, also ist die Feder nicht unbedingt dafür verantwortlich. Ich habe in den letzten Jahren aber meine Naturfedern öfter mit Drall aufgeklebt. Allerdings habe ich keinen riesigen Unterschied bemerkt.
Aus meiner Sicht ist der Drall nicht notwendig aber er schadet auch nicht.

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Frage an das Experten-Team:

„Beim Feldbogenschießen habe ich immer wieder mal einen Pfeil im Holz stecken. Gibt es eine ideale Pfeilziehhilfe, um den Pfeil aus dem Holz zu entfernen?“

Antwort von Felix Wieser:

Es gibt natürlich die klassischen Pfeilzieher aus Gummi, die immer sehr hilfreich sind. Ich habe auch immer gerne einen Zweiten dabei, als Ersatz oder um zu zweit am Pfeil zu ziehen. Sehr empfehlenswert ist auch immer ein großes, stabiles Messer, mit dem du unter Umständen das Holz um den Pfeil etwas bearbeiten kannst. Ansonsten gibt es noch von der Firma Hamskea den „Arrow Puller Arojac“. Diesen und weitere Eigenbauten findest du sehr leicht im Internet zum kaufen oder selber bauen.

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Frage an das Experten-Team:

„Ich habe mir angewöhnt, den Bogen leicht schräg zu halten. Im Training fällt es mir schwer, die exakt senkrechte Ausrichtung des Bogens zu finden und benötige dann immer Hilfe von einem Trainingspartner, der Korrekturhinweise gibt. Gibt es eine Möglichkeit, die gerade Ausrichtung des Bogens gezielt im Training umzusetzen, ohne externe Hinweise eines Trainingspartners?“

Antwort von Andreas Lorenz:

Es gibt ein nützliches Tool der Firma Beiter: man kann an das 12mm Korntunnel der eine Wasserwaage anbringen. Dies ist für Trainingszwecke erlaubt. Die Wasserwaage kann man einfach seitlich einschieben und dann wieder entfernen.
Einfach im Fachhandel danach fragen.

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Frage an das Experten-Team:

„Leider habe ich ein riesiges Problem: Seit einigen Wochen gehen einige Pfeile nach recht/oben. Teilweise verfehlen sie die Scheibe. Seit März habe ich neue Wurfarme und schieße seit April den WiaWis ATF-DX. Mit dem RXC-100 hatte ich diese Probleme nicht. Ich glaube, ich habe ALLES probiert um dieses Problem lokalisieren zu können. Ich bin am Verzweifeln – kann mir jemand helfen?“

Antwort von Felix Wieser:

Das ist leider ein sehr komplexes Problem, für dass es unzählige Ursachen gibt. Wenn du das Problem nur mit den neuen Wurfarmen hast, dann probier doch nochmal die Alten aus und überprüfe, ob dann die Ausreißer wirklich nicht mehr da sind. Wenn ja, überprüfe nochmal dein Tuning. Ist der Bogen gerade und die Sehne mittig hinterm Griffstück? Ist der Blankschaft vielleicht mit den neuen Wurfarmen zu weich/steif? Streifen die Federn den Bogen? Wenn nein, liegt es höchstwahrscheinlich an deiner Schießtechnik. Jenachdem ob du Links- oder Rechtshandschütze bist, kann das auch unterschiedliche Ursachen haben. Sind deine Zugfinger richtig entspannt beim Lösen? Geht der Druck im Bogenarm nach vorne Richtung Scheibe? Oder streift die Sehne am T-Shirt oder der Brust? Ohne dich und dein Material zu kennen, ist es so gut wie unmöglich, die Ursache über eine „Ferndiagnose“ zu finden. Wenn du wirklich nicht mehr weiter weißt, würde ich dir raten, einen Trainer in deiner Nähe zu fragen oder auch zu buchen. Dieser kann dir mit Sicherheit weiterhelfen.

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Frage an das Experten-Team:

„Ich hätte folgende Frage zu Pfeilauflage:

Für die dünnen Pfeile greifen sehr viele Schützen auf die Shibuya Ultima Pfeilauflage zurück. Aber welche Pfeilauflage wird in der Hallensaison gewählt, wenn man dicke Pfeile wie den Easton X7 bevorzugt?

Hintergrund: In der Herstellerangabe der Shibuya Ultima Rest wird darauf hingewiesen, diese bevorzugt für dünne Pfeile zu verwenden. Eine Empfehlung für die dicken Pfeile konnte ich bisher nicht finden.“

Antwort von Felix Wieser:

Prinzipiell kannst du für jeden Pfeil jede Pfeilauflage verwenden. Deswegen gibt es auch wenig Empfehlungen dahingehend. Zu der Frage mit den Easton X7: Ich schieße schon seit mehreren Jahren meine Alu´s auf der Shibuya Ultima. Da spricht erstmal nichts dagegen. Der Klappmechanismus mit der Einstellschraube reduziert jedoch den Abstand vom Pfeil zum Griffstück, was schnell zu Clearance-Problemen führen kann. Ob der Pfeil am Bogen streift kannst du mit Trockenshampoo rausfinden. Entweder die Stelle am Bogen oder Pfeil einsprühen und dann einen Pfeil schießen. Anhand von Schleifspuren im Shampoo siehst du unerwünschte Kontaktstellen. Anschließend aber die Stelle wieder reinigen. Falls du dir unsicher bist und du lieber auf Nummer sicher gehen willst empfehlen sich Pfeilauflagen wie die von Spigarelli.


Auch Sie haben Fragen an unser Experten-Team? – So funktioniert’s:

1. Schicken Sie uns Ihre Frage per Mail an dr.spot@bogensport.de
2. Bitte stellen Sie pro Mail nur EINE Frage
3. Formulieren Sie Ihre Frage so kurz und verständlich wie möglich

Editorial zur Ausgabe 4/2026

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

in der Medienwelt wird so manche Sau durchs Dorf getrieben – die entsprechenden Zyklen werden, einhergehend mit den digitalen Innovationen, hierbei immer kürzer, sodass es nahezu unmöglich ist, immer Schritt zu halten. Da mutet der Begriff „Crossmedia“ im Jahr 2026 schon ziemlich altbacken an. Sei’s drum, wir finden „crossmedial“ nicht nur schick, sondern auch hilfreich. „Crossmedia“ bedeutet vereinfacht, dass für die Aufbereitung eines Themas mehrere Medienkanäle herangezogen werden. Im konkreten Fall haben wir unseren Userinnen und Usern via Instagram drei Fragen zu Wettkampfformat, Regularien und Qualifikation gestellt und im Nachgang die jeweiligen Meinungsbilder redaktionell aufbereitet. Das Ergebnis der digital eingeholten Abstimmung lesen Sie in dieser Ausgabe. Und weil wir crossmedial gearbeitet haben, halten Sie das Ergebnis nun auch auf bedrucktem Papier in den Händen. Wichtig zu wissen: Diese Umfragen sind weder repräsentativ noch erfüllen sie wissenschaftliche Kriterien der Marktforschung. Es sind lediglich Meinungsbilder, die aber für all jene, die einen Faible für das Regelwerk haben, von Interesse sein dürften. Wenn Sie nun bedauern, dass Sie Ihre Meinung nicht kundtun konnten, sei es, weil Sie die Umfrage entweder verpasst haben oder schlicht und ergreifend mit Social Media nichts am Hut haben, können Sie uns selbstverständlich auch eine Mail an redaktion@bogensport.de schreiben. Um crossmedial zu bleiben, veröffentlichen wir die eingegangenen Nachrichten gerne auf unserer Homepage.

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Noch geplättet von den Eindrücken des zweiten Halbfinals der Fußball-WM habe ich spontan beschlossen, meine Gedanken mit Ihnen zu teilen – auch, wenn dieses Thema hier vielleicht etwas deplatziert erscheinen mag. Als passionierter EM- und WM-Gucker freue ich mich immer wieder auf das Spektakel solcher Großereignisse. Jedoch wachsen von Event zu Event auch die Zweifel und zunehmend drängt sich die Frage auf: Hat dieser Sport – zumindest im internationalen Kontext – den Sportsgeist verloren? Dass die Auswahlkriterien für die Gastgeberländer nicht immer nachvollziehbar sind oder dass sich top-frisierte, millionenschwere (Schau-)Spieler einen nicht unerheblichen Teil ihrer Einsatzzeit mit schmerzverzerrten Gesichtern auf dem Rasen wälzen, daran hat man sich inzwischen gewöhnt. Dass Werbepausen scheinheilig „Hydration-Breaks“ genannt werden, dass Nationalhymnen mutwillig gestört werden oder dass Präsidenten das Regelwerk auf den Kopf stellen können, daran will ich mich nicht gewöhnen. Wohl dem, der seine Leidenschaft dem Bogensport verschrieben hat: Erdung, Fairplay, Sportsgeist und ja, auch normale Frisuren, gehören hier zur Regel statt zur Ausnahme. Einfach sympathisch. Übrigens, um das Gesagte zu unterstreichen: Der Franzose Florent Mulot machte seinen chinesischen Gegner bei den World Games 2025 rechtzeitig darauf aufmerksam, dass dieser auf die falsche Scheibe zielte. Der Gegner konnte korrigieren. Mulot verlor das Match, erhielt dagegen die Fairplay-Auszeichnung der WA und war (zu Recht!) stolz darauf.

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Auch sonst ist seit dem Redaktionsschluss für unsere letzte Ausgabe so einiges passiert. Insbesondere den „Medaillenregen“ für deutsche Athletinnen und Athleten wollten und mussten wir aufgreifen, obwohl wir uns eigentlich im gedruckten Magazin von der eher weniger aktuellen Wettbewerbsberichterstattung verabschieden wollten. Als „Kompromiss“ haben wir eine optisch ebenso ansprechende wie kompakte Darstellungsform gewählt, mit der wir Ihnen sage und schreibe zweiundzwanzig Medaillen für die deutschen Sportlerinnen und Sportler präsentieren dürfen. Das BSM-Team gratuliert sehr herzlich! Aber auch, wer an sich selbst oder an seinem Equipment arbeiten möchte, wird in dieser Ausgabe fündig werden.

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Nachtrag: Spanien/Argentinien hat (völlig verdient/glücklich) den Pokal geholt und das FIFA-Präsidium muss nicht mehr gelangweilt in irgendwelche Kameras schauen, sondern hat wieder Zeit, sich neue Mätzchen auszudenken. Und, um meinen Frieden mit dieser WM zu schließen: Die ersten fünf Leserinnen und Leser, die uns ihre jeweiligen Adressdaten an magazin@bogensport.de (mit Betreff „Tipp-Kick“) schicken, erhalten einfach so und kommentarlos ein Tipp-Kick-Torwandspiel gegen Langeweile am Schreibtisch zugesandt. Warum wir das machen? Wir haben erstens wieder ein bisschen Platz im Regal, wir stärken zweitens die heimische Wirtschaft (Tipp-Kick stammt, wie unser Verlag, aus Villingen-Schwenningen) und wir haben die Möglichkeit, die Trefferquote des deutschen Nationalteams merklich zu verbessern. Immerhin tragen die Figuren den Bundesadler auf der Brust. Last but not least sehen wir auch, dass dieses Editorial von mindestens fünf Personen bis zum Ende gelesen wurde.

Herzlichst,

Ihr Axel Ziegler

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Editorial zur Ausgabe 3/2026

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

folgte man der oft bemühten Lebensweisheit „Wer nicht wagt, der nicht gewinnt“, könnte das Leben doch so einfach sein. Bedeutet sie doch unterm Strich nichts anderes als: Du musst nur mutig sein, und dir wird alles gelingen. Natürlich gibt es Störfaktoren, und selbstverständlich kann man mit seiner Einschätzung auch mal daneben liegen – aber letztendlich: Mit ordentlich Chuzpe und Durchhaltevermögen lassen sich doch alle Hindernisse aus dem Weg räumen. Wären da nicht die Behörden. Diese bittere Erfahrung musste unser Autor Engelbert Tschernitsch machen, der eigentlich nur seinen Traum vom eigenen Parcours in die Realität umsetzen wollte. Es begann eine Odyssee, bei der unser Autor zum Experten für alle nur denkbaren Verwaltungsvorschriften mutierte – und daran (ver)zweifelte. Verstehen Sie mich nicht falsch: Natürlich muss es Regeln geben, und selbstverständlich müssen Aspekte der Sicherheit und des Umweltschutzes Berücksichtigung finden. Doch nicht immer – wahrscheinlich sogar eher selten – lassen sich ambitionierte Vorhaben 1:1 in ein starres Gerüst aus Auflagen und Vorschriften pressen. Hier täte etwas Ermessensspielraum gut, oder, um es mit einer anderen Weisheit auszudrücken: Man darf die Fünfe ruhig auch mal gerade sein lassen. Das Miteinander wäre in vielen Fällen einfacher und harmonischer. Am Ende gab es dann doch noch ein Happy End, oder, um noch eines draufzusetzen: Steter Tropfen höhlt den Stein.

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„Im Leistungssport ist es eigentlich keine Option, jemanden daheim zu lassen, weil die Familie die finanzielle Ausstattung nicht hat.“ Dieser Satz mit großer Aussagekraft stammt von Stefan Schäffer, dem disziplinverantwortlichen Landestrainer „Bogen“ beim Bayerischen Schützenverband und entspringt keineswegs einem Wunschdenken, sondern einer gelebten Praxis. Hintergrund: Das Trainingslager einer Gruppe von Nachwuchsschützinnen und -schützen im norditalienischen Rovereto, für das der finanzielle Eigenanteil nahezu bei null gehalten werden konnte. Schäffer weiß natürlich, dass dies keine Selbstverständlichkeit ist, sondern der konkreten finanziellen Situation des Verbandes und dem persönlichen Einsatz vieler engagierter Menschen geschuldet ist. Dennoch wird eindrucksvoll klar, dass es in erster Linie um das jeweilige Talent, das individuelle Können und somit ausschließlich um den Sport geht – völlig unabhängig davon, welche finanziellen Verhältnisse im Einzelfall gegeben sind. Das ist vorbildlich, nachahmenswert und nicht nur eine Zielgröße für den Sport, sondern für etliche Lebensbereiche, in denen das Miteinander und das Zusammenspiel der Einzelnen eine maßgebliche Rolle spielen. Dass in diesem Fall der Sport Maß aller Dinge war, zeigt ein Blick ins typische Tagesprogramm: Um sieben Uhr Frühsport, dann Frühstück, um neun Uhr Aufwärmprogramm, danach Schießübungen, später dann Kraft-, Athletik- und Koordinationseinheiten. Bei dieser – für mich sehr mühsam anmutenden – Vorstellung drängt sich mir die nächste Lebensweisheit auf: „Ohne Fleiß kein Preis“ (oder im Coaching-Jargon: „Success is earned, not given“) – ich persönlich hätte die Prioritäten für mich selbst wahrscheinlich etwas anders gesetzt …

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Nun zu einem Thema, das ich an dieser Stelle schon öfter aufgegriffen habe. Es geht um die Krux, wie wir als Fachmagazin mit sechs über das Jahr gleichmäßig verteilten Erscheinungsterminen mit großen Bogensport-Events umgehen. Unsere Erscheinungstermine sind durch technische und logistische Gegebenheiten fix; darüber hinaus schert sich – durchaus nachvollziehbar – kein Veranstalter um irgendwelche Deadlines für Redaktionsschluss oder Druckabgabe. Wieso auch: In der digitalen Welt sind die gedruckten Medien naturgemäß hintendran; zudem fehlen Audio und Video, was eine andere Herangehensweise an die Berichterstattung unabdingbar macht. Wir sind zu dem Schluss gelangt, dass wir keineswegs auf die großen, spektakulären Events (wie JVD-Open, Nîmes Archery Tournament, Vegas Shoot …) verzichten wollen, hierbei aber einen anderen Blickwinkel einnehmen müssen. So werden Sie die klassische Wettbewerbsberichterstattung (Ausnahmen bestätigen, wie immer, die Regel) nur sehr kompakt im gedruckten Magazin finden. Stattdessen, so hoffen wir, werden Sie die ausführlichen Erlebnisberichte unserer Autoren, die tatsächlich „mittendrin statt nur dabei“ waren (ich weiß: Slogan geklaut), mit Freude und Interesse lesen. Unser Ziel in diesem Zusammenhang: lesenswerte Geschichten ohne Aktualitätszwang. So spielt es keine entscheidende Rolle, dass unser Autor Niels Buitenhuis erst in dieser Juni-Ausgabe über seinen Einsatz beim „The Vegas Shoot“ berichtet. Es sind die persönlichen Eindrücke und Erlebnisse, die diese Geschichten lesenswert machen – und bewusst nicht der Nachrichtenwert, den wir in solchen Situationen gerne und deutlich aktueller über unsere digitalen Kanäle ausspielen.

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Wie war das mit den Ausnahmen? Auf den ersten Hyundai Archery World Cup der Saison (Puebla) und den European Grand Prix gehen wir dann doch etwas ausführlicher ein. Doch nicht nur bei der „Generalprobe“ in Antalya konnten die Deutschen Sportlerinnen und Sportler überzeugende Ergebnisse erzielen, auch bei der „eigentlichen“ Bogen-EM – beim Schreiben dieser Zeilen brandaktuell – warteten unsere Teams mit Top-Platzierungen auf. Das BSM-Team gratuliert an dieser Stelle sehr herzlich.

Natürlich kommen auch in dieser Ausgabe die News, Trainingstipps und Material-Basics nicht zu kurz, wir wünschen (wie immer!) viel Spaß bei der Lektüre

Herzlichst,

Ihr Axel Ziegler

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Bogen-EM Antalya: Doppel-Gold für DSB-Teams

Doppel-Gold in Antalya: Die deutschen Recurve-Teams krönen eine starke Bogen-EM. Frauen und Männer holen EM-Titel, dazu gibt es zwei vierte Plätze.

Zum Artikel “Bogen-EM Antalya: Doppel-Gold für DSB-Teams”

Quelle Text/Bild: dsb.de

Bogen-EM Antalya: Simon Moritz schießt um Bronze

Überragender Auftritt bei der Bogen-EM in Antalya: Simon Moritz zieht bei seiner ersten Erwachsenen-EM ins Bronzematch ein und sichert den DSB-Compoundern einen Quotenplatz für die European Games 2027.

Zum Artikel “Bogen-EM Antalya: Simon Moritz schießt um Bronze”

Quelle Text/Bild: dsb.de

Jang Minhee glänzt beim Weltcup-Debüt

Jang Minhee startet furios in ihre Weltcup-Karriere: Die Koreanerin gewinnt in Shanghai die Recurve-Qualifikation und führt ein starkes koreanisches Frauenfeld an. Bei den Männern holt Tang Chih-Chun überraschend die Pole und nimmt Kurs auf seinen ersten Weltcup-Titel.

Zum Artikel “Jang Minhee glänzt beim Weltcup-Debüt”

Quelle Text/Bild: worldarchery.sport

Shanghai: Türkei und USA im Doppelduell

Die Compound-Teamfinals in Shanghai stehen im Zeichen von Türkei gegen USA: Sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen treffen beide Nationen aufeinander. Wind und Nerven prägten die Eliminationsrunden, doch die Finalisten kämpfen nun um die ersten Team-Goldmedaillen der Etappe.

Zum Artikel “Shanghai: Türkei und USA im Doppelduell”

Quelle Text/Bild: worldarchery.sport

Julia Harrison: Vom Fan zur Weltcup-Starterin

Vor einem Jahr saß Julia Harrison in Shanghai noch als Zuschauerin am Rand, nun steht sie selbst mit dem Recurvebogen auf der Linie. Trotz Job, Finanzierungssorgen und Wintertraining in Neuseeland nutzt sie den Weltcup als Standortbestimmung auf dem Weg zu ihrem LA28-Traum.

Zum Artikel “Julia Harrison: Vom Fan zur Weltcup-Starterin”

Quelle Text/Bild: worldarchery.sport

Haney erobert die Pole in Shanghai

Emircan Haney setzt in der Compound-Qualifikation von Shanghai ein Ausrufezeichen. Nach perfektem Start verpasst er zwar den Weltrekord, holt sich mit 718 Ringen aber die Spitzenposition vor Mathias Fullerton. Auch Alexis Ruiz glänzt bei den Frauen mit ihrer ersten Weltcup-Pole.

Zum Artikel “Haney erobert die Pole in Shanghai”

Quelle Text/Bild: worldarchery.sport

Elif Gokkir: Türkeis neue Recurve-Hoffnung

Elif Gokkir: Türkeis neue Recurve-Hoffnung

Elif Gokkir steht für die neue türkische Welle im Bogensport. Nach Siegen und Medaillen in Puebla und Antalya wächst bei der 19-Jährigen das Selbstvertrauen. Der Beitrag zeichnet ein optimistisches Porträt einer Athletin, die mit ihrem Team Richtung EM und LA28 denkt.

Zum Artikel “Elif Gokkir: Türkeis neue Recurve-Hoffnung”

Quelle Text/Bild: worldarchery.sport