Liebe Leserinnen, liebe Leser,
in der Medienwelt wird so manche Sau durchs Dorf getrieben – die entsprechenden Zyklen werden, einhergehend mit den digitalen Innovationen, hierbei immer kürzer, sodass es nahezu unmöglich ist, immer Schritt zu halten. Da mutet der Begriff „Crossmedia“ im Jahr 2026 schon ziemlich altbacken an. Sei’s drum, wir finden „crossmedial“ nicht nur schick, sondern auch hilfreich. „Crossmedia“ bedeutet vereinfacht, dass für die Aufbereitung eines Themas mehrere Medienkanäle herangezogen werden. Im konkreten Fall haben wir unseren Userinnen und Usern via Instagram drei Fragen zu Wettkampfformat, Regularien und Qualifikation gestellt und im Nachgang die jeweiligen Meinungsbilder redaktionell aufbereitet. Das Ergebnis der digital eingeholten Abstimmung lesen Sie in dieser Ausgabe. Und weil wir crossmedial gearbeitet haben, halten Sie das Ergebnis nun auch auf bedrucktem Papier in den Händen. Wichtig zu wissen: Diese Umfragen sind weder repräsentativ noch erfüllen sie wissenschaftliche Kriterien der Marktforschung. Es sind lediglich Meinungsbilder, die aber für all jene, die einen Faible für das Regelwerk haben, von Interesse sein dürften. Wenn Sie nun bedauern, dass Sie Ihre Meinung nicht kundtun konnten, sei es, weil Sie die Umfrage entweder verpasst haben oder schlicht und ergreifend mit Social Media nichts am Hut haben, können Sie uns selbstverständlich auch eine Mail an redaktion@bogensport.de schreiben. Um crossmedial zu bleiben, veröffentlichen wir die eingegangenen Nachrichten gerne auf unserer Homepage.
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Noch geplättet von den Eindrücken des zweiten Halbfinals der Fußball-WM habe ich spontan beschlossen, meine Gedanken mit Ihnen zu teilen – auch, wenn dieses Thema hier vielleicht etwas deplatziert erscheinen mag. Als passionierter EM- und WM-Gucker freue ich mich immer wieder auf das Spektakel solcher Großereignisse. Jedoch wachsen von Event zu Event auch die Zweifel und zunehmend drängt sich die Frage auf: Hat dieser Sport – zumindest im internationalen Kontext – den Sportsgeist verloren? Dass die Auswahlkriterien für die Gastgeberländer nicht immer nachvollziehbar sind oder dass sich top-frisierte, millionenschwere (Schau-)Spieler einen nicht unerheblichen Teil ihrer Einsatzzeit mit schmerzverzerrten Gesichtern auf dem Rasen wälzen, daran hat man sich inzwischen gewöhnt. Dass Werbepausen scheinheilig „Hydration-Breaks“ genannt werden, dass Nationalhymnen mutwillig gestört werden oder dass Präsidenten das Regelwerk auf den Kopf stellen können, daran will ich mich nicht gewöhnen. Wohl dem, der seine Leidenschaft dem Bogensport verschrieben hat: Erdung, Fairplay, Sportsgeist und ja, auch normale Frisuren, gehören hier zur Regel statt zur Ausnahme. Einfach sympathisch. Übrigens, um das Gesagte zu unterstreichen: Der Franzose Florent Mulot machte seinen chinesischen Gegner bei den World Games 2025 rechtzeitig darauf aufmerksam, dass dieser auf die falsche Scheibe zielte. Der Gegner konnte korrigieren. Mulot verlor das Match, erhielt dagegen die Fairplay-Auszeichnung der WA und war (zu Recht!) stolz darauf.
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Auch sonst ist seit dem Redaktionsschluss für unsere letzte Ausgabe so einiges passiert. Insbesondere den „Medaillenregen“ für deutsche Athletinnen und Athleten wollten und mussten wir aufgreifen, obwohl wir uns eigentlich im gedruckten Magazin von der eher weniger aktuellen Wettbewerbsberichterstattung verabschieden wollten. Als „Kompromiss“ haben wir eine optisch ebenso ansprechende wie kompakte Darstellungsform gewählt, mit der wir Ihnen sage und schreibe zweiundzwanzig Medaillen für die deutschen Sportlerinnen und Sportler präsentieren dürfen. Das BSM-Team gratuliert sehr herzlich! Aber auch, wer an sich selbst oder an seinem Equipment arbeiten möchte, wird in dieser Ausgabe fündig werden.
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Nachtrag: Spanien/Argentinien hat (völlig verdient/glücklich) den Pokal geholt und das FIFA-Präsidium muss nicht mehr gelangweilt in irgendwelche Kameras schauen, sondern hat wieder Zeit, sich neue Mätzchen auszudenken. Und, um meinen Frieden mit dieser WM zu schließen: Die ersten fünf Leserinnen und Leser, die uns ihre jeweiligen Adressdaten an magazin@bogensport.de (mit Betreff „Tipp-Kick“) schicken, erhalten einfach so und kommentarlos ein Tipp-Kick-Torwandspiel gegen Langeweile am Schreibtisch zugesandt. Warum wir das machen? Wir haben erstens wieder ein bisschen Platz im Regal, wir stärken zweitens die heimische Wirtschaft (Tipp-Kick stammt, wie unser Verlag, aus Villingen-Schwenningen) und wir haben die Möglichkeit, die Trefferquote des deutschen Nationalteams merklich zu verbessern. Immerhin tragen die Figuren den Bundesadler auf der Brust. Last but not least sehen wir auch, dass dieses Editorial von mindestens fünf Personen bis zum Ende gelesen wurde.
Herzlichst,
Ihr Axel Ziegler
Editorial zur Ausgabe 3/2026Liebe Leserinnen, liebe Leser,
folgte man der oft bemühten Lebensweisheit „Wer nicht wagt, der nicht gewinnt“, könnte das Leben doch so einfach sein. Bedeutet sie doch unterm Strich nichts anderes als: Du musst nur mutig sein, und dir wird alles gelingen. Natürlich gibt es Störfaktoren, und selbstverständlich kann man mit seiner Einschätzung auch mal daneben liegen – aber letztendlich: Mit ordentlich Chuzpe und Durchhaltevermögen lassen sich doch alle Hindernisse aus dem Weg räumen. Wären da nicht die Behörden. Diese bittere Erfahrung musste unser Autor Engelbert Tschernitsch machen, der eigentlich nur seinen Traum vom eigenen Parcours in die Realität umsetzen wollte. Es begann eine Odyssee, bei der unser Autor zum Experten für alle nur denkbaren Verwaltungsvorschriften mutierte – und daran (ver)zweifelte. Verstehen Sie mich nicht falsch: Natürlich muss es Regeln geben, und selbstverständlich müssen Aspekte der Sicherheit und des Umweltschutzes Berücksichtigung finden. Doch nicht immer – wahrscheinlich sogar eher selten – lassen sich ambitionierte Vorhaben 1:1 in ein starres Gerüst aus Auflagen und Vorschriften pressen. Hier täte etwas Ermessensspielraum gut, oder, um es mit einer anderen Weisheit auszudrücken: Man darf die Fünfe ruhig auch mal gerade sein lassen. Das Miteinander wäre in vielen Fällen einfacher und harmonischer. Am Ende gab es dann doch noch ein Happy End, oder, um noch eines draufzusetzen: Steter Tropfen höhlt den Stein.
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„Im Leistungssport ist es eigentlich keine Option, jemanden daheim zu lassen, weil die Familie die finanzielle Ausstattung nicht hat.“ Dieser Satz mit großer Aussagekraft stammt von Stefan Schäffer, dem disziplinverantwortlichen Landestrainer „Bogen“ beim Bayerischen Schützenverband und entspringt keineswegs einem Wunschdenken, sondern einer gelebten Praxis. Hintergrund: Das Trainingslager einer Gruppe von Nachwuchsschützinnen und -schützen im norditalienischen Rovereto, für das der finanzielle Eigenanteil nahezu bei null gehalten werden konnte. Schäffer weiß natürlich, dass dies keine Selbstverständlichkeit ist, sondern der konkreten finanziellen Situation des Verbandes und dem persönlichen Einsatz vieler engagierter Menschen geschuldet ist. Dennoch wird eindrucksvoll klar, dass es in erster Linie um das jeweilige Talent, das individuelle Können und somit ausschließlich um den Sport geht – völlig unabhängig davon, welche finanziellen Verhältnisse im Einzelfall gegeben sind. Das ist vorbildlich, nachahmenswert und nicht nur eine Zielgröße für den Sport, sondern für etliche Lebensbereiche, in denen das Miteinander und das Zusammenspiel der Einzelnen eine maßgebliche Rolle spielen. Dass in diesem Fall der Sport Maß aller Dinge war, zeigt ein Blick ins typische Tagesprogramm: Um sieben Uhr Frühsport, dann Frühstück, um neun Uhr Aufwärmprogramm, danach Schießübungen, später dann Kraft-, Athletik- und Koordinationseinheiten. Bei dieser – für mich sehr mühsam anmutenden – Vorstellung drängt sich mir die nächste Lebensweisheit auf: „Ohne Fleiß kein Preis“ (oder im Coaching-Jargon: „Success is earned, not given“) – ich persönlich hätte die Prioritäten für mich selbst wahrscheinlich etwas anders gesetzt …
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Nun zu einem Thema, das ich an dieser Stelle schon öfter aufgegriffen habe. Es geht um die Krux, wie wir als Fachmagazin mit sechs über das Jahr gleichmäßig verteilten Erscheinungsterminen mit großen Bogensport-Events umgehen. Unsere Erscheinungstermine sind durch technische und logistische Gegebenheiten fix; darüber hinaus schert sich – durchaus nachvollziehbar – kein Veranstalter um irgendwelche Deadlines für Redaktionsschluss oder Druckabgabe. Wieso auch: In der digitalen Welt sind die gedruckten Medien naturgemäß hintendran; zudem fehlen Audio und Video, was eine andere Herangehensweise an die Berichterstattung unabdingbar macht. Wir sind zu dem Schluss gelangt, dass wir keineswegs auf die großen, spektakulären Events (wie JVD-Open, Nîmes Archery Tournament, Vegas Shoot …) verzichten wollen, hierbei aber einen anderen Blickwinkel einnehmen müssen. So werden Sie die klassische Wettbewerbsberichterstattung (Ausnahmen bestätigen, wie immer, die Regel) nur sehr kompakt im gedruckten Magazin finden. Stattdessen, so hoffen wir, werden Sie die ausführlichen Erlebnisberichte unserer Autoren, die tatsächlich „mittendrin statt nur dabei“ waren (ich weiß: Slogan geklaut), mit Freude und Interesse lesen. Unser Ziel in diesem Zusammenhang: lesenswerte Geschichten ohne Aktualitätszwang. So spielt es keine entscheidende Rolle, dass unser Autor Niels Buitenhuis erst in dieser Juni-Ausgabe über seinen Einsatz beim „The Vegas Shoot“ berichtet. Es sind die persönlichen Eindrücke und Erlebnisse, die diese Geschichten lesenswert machen – und bewusst nicht der Nachrichtenwert, den wir in solchen Situationen gerne und deutlich aktueller über unsere digitalen Kanäle ausspielen.
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Wie war das mit den Ausnahmen? Auf den ersten Hyundai Archery World Cup der Saison (Puebla) und den European Grand Prix gehen wir dann doch etwas ausführlicher ein. Doch nicht nur bei der „Generalprobe“ in Antalya konnten die Deutschen Sportlerinnen und Sportler überzeugende Ergebnisse erzielen, auch bei der „eigentlichen“ Bogen-EM – beim Schreiben dieser Zeilen brandaktuell – warteten unsere Teams mit Top-Platzierungen auf. Das BSM-Team gratuliert an dieser Stelle sehr herzlich.
Natürlich kommen auch in dieser Ausgabe die News, Trainingstipps und Material-Basics nicht zu kurz, wir wünschen (wie immer!) viel Spaß bei der Lektüre
Herzlichst,
Ihr Axel Ziegler
Bogen-EM Antalya: Doppel-Gold für DSB-TeamsDoppel-Gold in Antalya: Die deutschen Recurve-Teams krönen eine starke Bogen-EM. Frauen und Männer holen EM-Titel, dazu gibt es zwei vierte Plätze.
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Quelle Text/Bild: dsb.de
Bogen-EM Antalya: Simon Moritz schießt um BronzeÜberragender Auftritt bei der Bogen-EM in Antalya: Simon Moritz zieht bei seiner ersten Erwachsenen-EM ins Bronzematch ein und sichert den DSB-Compoundern einen Quotenplatz für die European Games 2027.
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Quelle Text/Bild: dsb.de
Jang Minhee glänzt beim Weltcup-DebütJang Minhee startet furios in ihre Weltcup-Karriere: Die Koreanerin gewinnt in Shanghai die Recurve-Qualifikation und führt ein starkes koreanisches Frauenfeld an. Bei den Männern holt Tang Chih-Chun überraschend die Pole und nimmt Kurs auf seinen ersten Weltcup-Titel.
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Quelle Text/Bild: worldarchery.sport
Shanghai: Türkei und USA im DoppelduellDie Compound-Teamfinals in Shanghai stehen im Zeichen von Türkei gegen USA: Sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen treffen beide Nationen aufeinander. Wind und Nerven prägten die Eliminationsrunden, doch die Finalisten kämpfen nun um die ersten Team-Goldmedaillen der Etappe.
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Quelle Text/Bild: worldarchery.sport
Julia Harrison: Vom Fan zur Weltcup-StarterinVor einem Jahr saß Julia Harrison in Shanghai noch als Zuschauerin am Rand, nun steht sie selbst mit dem Recurvebogen auf der Linie. Trotz Job, Finanzierungssorgen und Wintertraining in Neuseeland nutzt sie den Weltcup als Standortbestimmung auf dem Weg zu ihrem LA28-Traum.
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Quelle Text/Bild: worldarchery.sport
Haney erobert die Pole in ShanghaiEmircan Haney setzt in der Compound-Qualifikation von Shanghai ein Ausrufezeichen. Nach perfektem Start verpasst er zwar den Weltrekord, holt sich mit 718 Ringen aber die Spitzenposition vor Mathias Fullerton. Auch Alexis Ruiz glänzt bei den Frauen mit ihrer ersten Weltcup-Pole.
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Quelle Text/Bild: worldarchery.sport
Elif Gokkir: Türkeis neue Recurve-HoffnungElif Gokkir: Türkeis neue Recurve-Hoffnung
Elif Gokkir steht für die neue türkische Welle im Bogensport. Nach Siegen und Medaillen in Puebla und Antalya wächst bei der 19-Jährigen das Selbstvertrauen. Der Beitrag zeichnet ein optimistisches Porträt einer Athletin, die mit ihrem Team Richtung EM und LA28 denkt.
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Quelle Text/Bild: worldarchery.sport
Weltcup Shanghai: Junges DSB-Team startetMit Blick auf die EM in Antalya reist der DSB mit einem bewusst jungen Team nach Shanghai. Michelle Kroppen führt die Recurve-Auswahl an, während Julia Böhnke die einzige deutsche EM-Starterin im Compound-Feld ist. Für viele Talente wird der Weltcup zum Härtetest auf großer Bühne.
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Quelle Text/Bild: dsb.de