07.10.2026

Editorial zur Ausgabe 5/2026

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

sucht man im Netz nach typisch deutschen Tugenden, fühlt man sich schnell bestätigt: Fleiß, Gründlichkeit, Perfektionismus, Zuverlässigkeit und Pflichtbewusstsein. Das alles kommt jetzt wenig überraschend – man hätte eigentlich auch von selbst drauf kommen können …. Warum ich trotzdem danach gesucht habe? Weil ich bei unserem neuen Projekt den Prototypen des „Tüftlers und Denkers“ im Kopf hatte und auf diesen in diesem Zusammenhang gerne einmal sehr wertschätzend eingehen wollte. Denn genau solche unermüdlichen Typen braucht es, um aus guten Ideen wirklich nützliche Dinge zu machen. Nicht zuletzt scheint auch der Bogensport dafür geradezu prädestiniert zu sein: Die Gestaltungsmöglichkeiten beim Equipment und die Vielfalt der Disziplinen laden zum Konzipieren, Basteln, Ausprobieren und Weiterentwickeln ein. Wir finden das großartig und absolut förderungswürdig – und möchten gerne mit dem unterstützen, was wir am besten können: Wir geben Ihren Ideen und dem, was daraus geworden ist, eine mediale Bühne. Dabei sprechen wir ausdrücklich nicht nur von spektakulären Konstruktionsleistungen. Uns interessiert alles, was es nicht von der Stange gibt, eine gute Idee erkennen lässt und sich in der Praxis bewährt hat. Kennen Sie jemanden, der jemanden kennt? Oder tüfteln Sie vielleicht selbst? Dann lassen Sie uns gerne daran teilhaben und darüber berichten: ideen@bogensport.de.

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Zum richtigen Zeitpunkt das Richtige zu tun, ist ein Vorhaben, das nicht immer gelingt. Und weil die Frage nach dem richtigen Zeitpunkt höchst subjektiver Natur ist, kann und sollte man an dieser Stelle auch nicht darüber urteilen, was richtig oder falsch ist. Aber ich kann sagen: Florian Unruhs Entscheidung, seine olympische Karriere aus familiären Gründen zu beenden, fühlt sich für mich absolut richtig und vollkommen nachvollziehbar an. Gerade vor dem Hintergrund, dass es für ihn zuletzt sportlich hervorragend gelaufen ist, dürfte es alles andere als einfach gewesen sein, der olympischen Bühne Adieu zu sagen. Das „schwere Herz“ liegt förmlich auf der Hand. Ich bin mir sicher, dass wir Florian bei LA28 genauso vermissen werden, wie wir uns bei den Wettbewerben, bei denen er uns erhalten bleibt, über ihn freuen werden. Eines ist sicher: Die junge Familie wird keine rationalen Abwägungen darüber anstellen, was diese Entscheidung sportlich bedeutet, sondern einfach nur genießen, dass Florian künftig mehr Zeit zu Hause verbringen kann. Fazit: Zum richtigen Zeitpunkt das Richtige getan. Chapeau.

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Während wir den einen Spitzenathleten bei den Olympischen Spielen vermissen werden, dürfen wir uns vielleicht auf die Rückkehr eines anderen freuen – eine Rückkehr, die, wenn alles klappt, getrost als historisch bezeichnet werden kann: Matt Stutzman hat sein Comeback angekündigt und will sich für den Platz des männlichen Teilnehmers im Compound-Mixed-Team bei LA 28 qualifizieren. Dass der Mann Herausforderungen liebt, ist allgemein bekannt. Mit diesem Vorhaben legt er die Messlatte allerdings noch einmal ein ganzes Stück höher – und könnte damit Geschichte schreiben. Nochmal: Der Paralympics-Sieger will nicht zu den Paralympics zurückkehren, sondern den Sprung in den „regulären“ olympischen Bogensport schaffen. Solche Storys sind – nicht nur für Medienschaffende – pures Glück. Sie geben dem gesamten Sport Aufmerksamkeit und Strahlkraft. Und sie wirken noch lange nach. Wie auch immer die Geschichte ausgehen mag: Meine Daumen sind gedrückt. Und ein zweites Mal: Chapeau.

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„Ohne Fleiß kein Preis“ ist eine sehr alte und oft strapazierte Binsenweisheit. Wer sich tatsächlich verbessern möchte, weiß aber auch: Sie stimmt (leider). Von nichts kommt nichts, Übung macht den Meister. Für alle Trainingswilligen haben wir in dieser Ausgabe deshalb wieder etliche Hilfestellungen und nützliche Trainingstipps zusammengestellt. In unseren Interviews lassen wir Katharina Bauer, Oliver Haidn und Simon Moritz zu Wort kommen. Und auch sonst, da sind wir uns sicher, wird für jeden wieder etwas dabei sein.

Nachtrag: Auf die kleine spontane Verlosungsaktion in meinem letzten Editorial haben wir tatsächlich erfreulich viele Zuschriften erhalten. Das freut uns sehr – ist es doch auch ein schönes Indiz dafür, dass mein Editorial gelesen wird. Vielen Dank dafür und herzlichen Glückwunsch an die Gewinner.

Herzlichst,

Ihr Axel Ziegler

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