05.08.2026

Editorial zur Ausgabe 4/2026

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

in der Medienwelt wird so manche Sau durchs Dorf getrieben – die entsprechenden Zyklen werden, einhergehend mit den digitalen Innovationen, hierbei immer kürzer, sodass es nahezu unmöglich ist, immer Schritt zu halten. Da mutet der Begriff „Crossmedia“ im Jahr 2026 schon ziemlich altbacken an. Sei’s drum, wir finden „crossmedial“ nicht nur schick, sondern auch hilfreich. „Crossmedia“ bedeutet vereinfacht, dass für die Aufbereitung eines Themas mehrere Medienkanäle herangezogen werden. Im konkreten Fall haben wir unseren Userinnen und Usern via Instagram drei Fragen zu Wettkampfformat, Regularien und Qualifikation gestellt und im Nachgang die jeweiligen Meinungsbilder redaktionell aufbereitet. Das Ergebnis der digital eingeholten Abstimmung lesen Sie in dieser Ausgabe. Und weil wir crossmedial gearbeitet haben, halten Sie das Ergebnis nun auch auf bedrucktem Papier in den Händen. Wichtig zu wissen: Diese Umfragen sind weder repräsentativ noch erfüllen sie wissenschaftliche Kriterien der Marktforschung. Es sind lediglich Meinungsbilder, die aber für all jene, die einen Faible für das Regelwerk haben, von Interesse sein dürften. Wenn Sie nun bedauern, dass Sie Ihre Meinung nicht kundtun konnten, sei es, weil Sie die Umfrage entweder verpasst haben oder schlicht und ergreifend mit Social Media nichts am Hut haben, können Sie uns selbstverständlich auch eine Mail an redaktion@bogensport.de schreiben. Um crossmedial zu bleiben, veröffentlichen wir die eingegangenen Nachrichten gerne auf unserer Homepage.

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Noch geplättet von den Eindrücken des zweiten Halbfinals der Fußball-WM habe ich spontan beschlossen, meine Gedanken mit Ihnen zu teilen – auch, wenn dieses Thema hier vielleicht etwas deplatziert erscheinen mag. Als passionierter EM- und WM-Gucker freue ich mich immer wieder auf das Spektakel solcher Großereignisse. Jedoch wachsen von Event zu Event auch die Zweifel und zunehmend drängt sich die Frage auf: Hat dieser Sport – zumindest im internationalen Kontext – den Sportsgeist verloren? Dass die Auswahlkriterien für die Gastgeberländer nicht immer nachvollziehbar sind oder dass sich top-frisierte, millionenschwere (Schau-)Spieler einen nicht unerheblichen Teil ihrer Einsatzzeit mit schmerzverzerrten Gesichtern auf dem Rasen wälzen, daran hat man sich inzwischen gewöhnt. Dass Werbepausen scheinheilig „Hydration-Breaks“ genannt werden, dass Nationalhymnen mutwillig gestört werden oder dass Präsidenten das Regelwerk auf den Kopf stellen können, daran will ich mich nicht gewöhnen. Wohl dem, der seine Leidenschaft dem Bogensport verschrieben hat: Erdung, Fairplay, Sportsgeist und ja, auch normale Frisuren, gehören hier zur Regel statt zur Ausnahme. Einfach sympathisch. Übrigens, um das Gesagte zu unterstreichen: Der Franzose Florent Mulot machte seinen chinesischen Gegner bei den World Games 2025 rechtzeitig darauf aufmerksam, dass dieser auf die falsche Scheibe zielte. Der Gegner konnte korrigieren. Mulot verlor das Match, erhielt dagegen die Fairplay-Auszeichnung der WA und war (zu Recht!) stolz darauf.

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Auch sonst ist seit dem Redaktionsschluss für unsere letzte Ausgabe so einiges passiert. Insbesondere den „Medaillenregen“ für deutsche Athletinnen und Athleten wollten und mussten wir aufgreifen, obwohl wir uns eigentlich im gedruckten Magazin von der eher weniger aktuellen Wettbewerbsberichterstattung verabschieden wollten. Als „Kompromiss“ haben wir eine optisch ebenso ansprechende wie kompakte Darstellungsform gewählt, mit der wir Ihnen sage und schreibe zweiundzwanzig Medaillen für die deutschen Sportlerinnen und Sportler präsentieren dürfen. Das BSM-Team gratuliert sehr herzlich! Aber auch, wer an sich selbst oder an seinem Equipment arbeiten möchte, wird in dieser Ausgabe fündig werden.

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Nachtrag: Spanien/Argentinien hat (völlig verdient/glücklich) den Pokal geholt und das FIFA-Präsidium muss nicht mehr gelangweilt in irgendwelche Kameras schauen, sondern hat wieder Zeit, sich neue Mätzchen auszudenken. Und, um meinen Frieden mit dieser WM zu schließen: Die ersten fünf Leserinnen und Leser, die uns ihre jeweiligen Adressdaten an magazin@bogensport.de (mit Betreff „Tipp-Kick“) schicken, erhalten einfach so und kommentarlos ein Tipp-Kick-Torwandspiel gegen Langeweile am Schreibtisch zugesandt. Warum wir das machen? Wir haben erstens wieder ein bisschen Platz im Regal, wir stärken zweitens die heimische Wirtschaft (Tipp-Kick stammt, wie unser Verlag, aus Villingen-Schwenningen) und wir haben die Möglichkeit, die Trefferquote des deutschen Nationalteams merklich zu verbessern. Immerhin tragen die Figuren den Bundesadler auf der Brust. Last but not least sehen wir auch, dass dieses Editorial von mindestens fünf Personen bis zum Ende gelesen wurde.

Herzlichst,

Ihr Axel Ziegler

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