Dr. Spot: Fragen an das BSM-Experten-Team
Bogensport Magazin
Dr. Spot: Fragen an das BSM-Experten-Team
Nach dem Motto „Sie fragen – wir antworten“ veröffentlicht das BSM regelmäßig hilfreiche Tipps rund ums Bogenschießen. Wenn Sie ebenfalls mal Rat & Hilfe unseres Experten-Teams benötigen, lassen Sie es uns gerne wissen: dr.spot@bogensport.de. Im Folgenden lesen Sie Fragen und Antworten aus unsereren Ausgaben 5 und 6/2025.
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Frage an das Experten-Team:
„Wie weit dürfen beim Recurve die Seitenstabilisatoren abstehen?“
Antwort von Sabrina Steffens:
Hierfür sind in der Sportordnung keine Maße festgelegt. Dort steht lediglich, dass Stabilisatoren und Schwingungsdämpfer erlaubt sind. Ein Kampfrichter wird immer dann die Stabilisatoren beanstanden, wenn sie so weit vom Bogen abstehen, dass sie andere Schützen auf der Schießlinie behindern. Sieht man eine etwas außergewöhnlichere Anbringung der Stabilisatoren beim Feldbogen- und 3D-Schießen, wird auch geschaut, ob diese so angebracht wurden, um eine Zielhilfe darzustellen. In jedem Fall ist aber den Anweisungen der Kampfrichter Folge zu leisten. Wenn der Kampfrichter der Ansicht ist, dass die Anbringung der Stabilisatoren ein Sicherheitsrisiko darstellt oder andere Schützen behindert, sind sie abzumontieren oder anders anzubringen.
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Frage an das Experten-Team:
„Ich habe erfahren, dass einige Bogenschützen ein drittes Leder beim Tab einsetzen. Gleitet die Sehne damit besser vom Leder?“
Maximilian Weckmüller:
Ja, das stimmt, einige Tabs werden mit einer dritten Lage geliefert. Beim Fairweather-Tab werden beispielsweise drei relativ dünne Lagen Känguruleder verwendet. Im Vergleich zu „traditionellen” Tabs ersetzen zwei der Schichten die dicke Lederschicht. Das oberste Leder ist bei normalen Tabs schließlich auch dünn. Ich selbst schieße mit einem KSL-Tab, der drei Lagen des Fairweather-Tabs enthält. Ich finde die Art des Leders gut und die drei Schichten verhalten sich aus meiner Erfahrung etwas besser als eine dicke und eine dünne Schicht.
Beim Axcel-Tab sind es ebenfalls drei Schichten, allerdings zwei traditionelle Schichten und eine zusätzliche, dünne Gummischicht. Brady Ellison hat es mitentwickelt, um Fingerschmerzen zu verhindern. Ich habe von dieser Variante auch viel Gutes gehört und viele nutzen dieses Tab mit den drei Schichten. Ich denke nicht, dass die drei Schichten in erster Linie beim besseren Gleiten helfen. Da spielt die Art des Leders meiner Meinung nach eine größere Rolle. Mir ging es bei den drei Schichten damals eher um das etwas weichere Gefühl als um das bessere Gleiten.
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Frage an das Experten-Team:
„Warum gibt es asymmetrische Nocken?“
Antwort von Andreas Lorenz:
Werner Beiter hat Mitte der 1980er Jahre mit dem Bogensport begonnen und sich damit befasst, Produkte besser zu machen. Die Beiter-Nocke wurde asymmetrisch geboren, um sich der Asymmetrie der ausgezogenen Sehne anzupassen und so ein besseres Abschussverhalten zu ermöglichen. Beim sogenannten „Mediterranen Griff“ werden Zeige-, Mittel- und Ringfinger verwendet. Der Zeigefinger befindet sich oberhalb, der Mittel- und Ringfinger unterhalb des Pfeils, somit liegt der Nockpunkt zwischen Zeige- und Mittelfinger. Da daraus eine Asymmetrie erfolgt, hat Werner Beiter die Nocke asymmetrisch gestaltet. Das ist auch eines der Hauptansprüche des Beiter-Patentes. Es gibt kaum einen Recurveschützen, der diesen Vorteil nicht nutzen will.
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Frage an das Experten-Team:
„Sollten Spin Wings oder ähnliche Befiederung mit einem leichten Drall auf den Schaft geklebt werden oder sorgt die geschwungene Form bereits für eine Rotation des Pfeils im Flug?“
Antwort von Felix Wieser:
Die geschwungene Form bei den Spin Wings reicht vollkommen aus, um den Pfeil rotieren zu lassen. Du solltest lediglich darauf achten, dass alle Federn eine Drehung in dieselbe Richtung erzeugen. Das sollte aber bei Spin Wings kein Problem sein. Meine Spider Vanes wiederum, klebe ich schon leicht schräg auf den Pfeil, weil es hier schnell sein kann, dass eine Feder leicht in die entgegengesetzte Drehrichtung zeigt und somit gegen die anderen beiden Federn arbeiten würde.
Ich hoffe ich konnte dir helfen und wenn du oder deine Freunde weitere Fragen habt, könnt ihr euch gerne jederzeit an Dr. Spot wenden. Sicher haben andere auch die gleichen.
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Frage an das Experten-Team:
„Ich habe seit längerer Zeit tendenziell eine deutliche Seitenstreuung, während die Höhenstreuung der Pfeile eher akzeptabel ist. Kann ich das im Training gezielt verbessern und welche Methode wäre hier zu empfehlen?“
Antwort von Lisa Unruh:
Seitenstreuung kann leider sehr sehr viele Ursachen haben, aber beleuchten wir hier mal einige Möglichkeiten.
Schießtechnik:
– der Bogen wird unterschiedlich schief und auch mal gerade gehalten, hier vielleicht mal eine andere Griffschale testen oder je nachdem eine Gewichtscheibe mehr oder weniger an die Seitenstabis schrauben,
– der Sehnenschatten ist unterschiedlich je nachdem wie lange der Schuss dauert kann es sein, dass der Sehnenschatten in Richtung Mittelteil wandert, weil sich z.B. der Kopf mitdreht,
– die Schultern sind unterschiedlich weit in Linie gestellt,
– Zugfinger haben mal mehr mal weniger Spannung und geben beim Lösen der Sehne einen unterschiedlichen Drall mit,
– Zielkontrolle, kommt man im Abschuss wirklich immer in der Mitte ab?
Tuning:
– der Bogen ist nicht gerade eingestellt, das kann man sehr leicht mittels Beiter Wurfarmlehren kontrollieren,
– der Center ist nicht richtig eingestellt und der Bogen reagiert deshalb sehr zickig auf Lösefehler, den Center kann man mittels „Walk Back“ Test richtig einstellen,
– Pfeil zu weich oder zu hart, hier Rohschafttest auf 30m und mindestens 3 Rohschäfte, je nach Seite Zuggewicht anpassen.
Die möglichen Schießtechnischen Fehler können z.B. mittels Video Delay App kontrolliert und verbessert werden. Wenn man einen Trainer hat, kann dieser regelmäßig die Geradheit des Bogens, den Sehnenschatten oder auch die Linie kontrollieren. Hilfreich ist auch das Streifentraining in seinem Training zu integrieren um die Höhe und Seite regelmäßig zu vergleichen.
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Frage an das Experten-Team:
„Ist das Aufkleben von Naturfedern mit einem Drall bzw. einem Winkel sinnvoll oder genügt es, die Federn einfach gerade auf den Schaft zu kleben?“
Antwort von Max Weckmüller:
Im Normalfall reicht es bei einer langen Naturfeder aus, sie gerade aufzukleben. Die Hauptaufgabe der Feder ist das Stabilisieren des Hecks des Pfeils. Das erreicht man auch gut genug mit einer geraden Feder. Der Drall des Pfeils entsteht auch beim Rohschaft, also ist die Feder nicht unbedingt dafür verantwortlich. Ich habe in den letzten Jahren aber meine Naturfedern öfter mit Drall aufgeklebt. Allerdings habe ich keinen riesigen Unterschied bemerkt.
Aus meiner Sicht ist der Drall nicht notwendig aber er schadet auch nicht.
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Frage an das Experten-Team:
„Beim Feldbogenschießen habe ich immer wieder mal einen Pfeil im Holz stecken. Gibt es eine ideale Pfeilziehhilfe, um den Pfeil aus dem Holz zu entfernen?“
Antwort von Felix Wieser:
Es gibt natürlich die klassischen Pfeilzieher aus Gummi, die immer sehr hilfreich sind. Ich habe auch immer gerne einen Zweiten dabei, als Ersatz oder um zu zweit am Pfeil zu ziehen. Sehr empfehlenswert ist auch immer ein großes, stabiles Messer, mit dem du unter Umständen das Holz um den Pfeil etwas bearbeiten kannst. Ansonsten gibt es noch von der Firma Hamskea den „Arrow Puller Arojac“. Diesen und weitere Eigenbauten findest du sehr leicht im Internet zum kaufen oder selber bauen.
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Frage an das Experten-Team:
„Ich habe mir angewöhnt, den Bogen leicht schräg zu halten. Im Training fällt es mir schwer, die exakt senkrechte Ausrichtung des Bogens zu finden und benötige dann immer Hilfe von einem Trainingspartner, der Korrekturhinweise gibt. Gibt es eine Möglichkeit, die gerade Ausrichtung des Bogens gezielt im Training umzusetzen, ohne externe Hinweise eines Trainingspartners?“
Antwort von Andreas Lorenz:
Es gibt ein nützliches Tool der Firma Beiter: man kann an das 12mm Korntunnel der eine Wasserwaage anbringen. Dies ist für Trainingszwecke erlaubt. Die Wasserwaage kann man einfach seitlich einschieben und dann wieder entfernen.
Einfach im Fachhandel danach fragen.
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Frage an das Experten-Team:
„Leider habe ich ein riesiges Problem: Seit einigen Wochen gehen einige Pfeile nach recht/oben. Teilweise verfehlen sie die Scheibe. Seit März habe ich neue Wurfarme und schieße seit April den WiaWis ATF-DX. Mit dem RXC-100 hatte ich diese Probleme nicht. Ich glaube, ich habe ALLES probiert um dieses Problem lokalisieren zu können. Ich bin am Verzweifeln – kann mir jemand helfen?“
Antwort von Felix Wieser:
Das ist leider ein sehr komplexes Problem, für dass es unzählige Ursachen gibt. Wenn du das Problem nur mit den neuen Wurfarmen hast, dann probier doch nochmal die Alten aus und überprüfe, ob dann die Ausreißer wirklich nicht mehr da sind. Wenn ja, überprüfe nochmal dein Tuning. Ist der Bogen gerade und die Sehne mittig hinterm Griffstück? Ist der Blankschaft vielleicht mit den neuen Wurfarmen zu weich/steif? Streifen die Federn den Bogen? Wenn nein, liegt es höchstwahrscheinlich an deiner Schießtechnik. Jenachdem ob du Links- oder Rechtshandschütze bist, kann das auch unterschiedliche Ursachen haben. Sind deine Zugfinger richtig entspannt beim Lösen? Geht der Druck im Bogenarm nach vorne Richtung Scheibe? Oder streift die Sehne am T-Shirt oder der Brust? Ohne dich und dein Material zu kennen, ist es so gut wie unmöglich, die Ursache über eine „Ferndiagnose“ zu finden. Wenn du wirklich nicht mehr weiter weißt, würde ich dir raten, einen Trainer in deiner Nähe zu fragen oder auch zu buchen. Dieser kann dir mit Sicherheit weiterhelfen.
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Frage an das Experten-Team:
„Ich hätte folgende Frage zu Pfeilauflage:
Für die dünnen Pfeile greifen sehr viele Schützen auf die Shibuya Ultima Pfeilauflage zurück. Aber welche Pfeilauflage wird in der Hallensaison gewählt, wenn man dicke Pfeile wie den Easton X7 bevorzugt?
Hintergrund: In der Herstellerangabe der Shibuya Ultima Rest wird darauf hingewiesen, diese bevorzugt für dünne Pfeile zu verwenden. Eine Empfehlung für die dicken Pfeile konnte ich bisher nicht finden.“
Antwort von Felix Wieser:
Prinzipiell kannst du für jeden Pfeil jede Pfeilauflage verwenden. Deswegen gibt es auch wenig Empfehlungen dahingehend. Zu der Frage mit den Easton X7: Ich schieße schon seit mehreren Jahren meine Alu´s auf der Shibuya Ultima. Da spricht erstmal nichts dagegen. Der Klappmechanismus mit der Einstellschraube reduziert jedoch den Abstand vom Pfeil zum Griffstück, was schnell zu Clearance-Problemen führen kann. Ob der Pfeil am Bogen streift kannst du mit Trockenshampoo rausfinden. Entweder die Stelle am Bogen oder Pfeil einsprühen und dann einen Pfeil schießen. Anhand von Schleifspuren im Shampoo siehst du unerwünschte Kontaktstellen. Anschließend aber die Stelle wieder reinigen. Falls du dir unsicher bist und du lieber auf Nummer sicher gehen willst empfehlen sich Pfeilauflagen wie die von Spigarelli.
Auch Sie haben Fragen an unser Experten-Team? – So funktioniert’s:
1. Schicken Sie uns Ihre Frage per Mail an dr.spot@bogensport.de
2. Bitte stellen Sie pro Mail nur EINE Frage
3. Formulieren Sie Ihre Frage so kurz und verständlich wie möglich