03.02.2026

Deutsche Übersetzung: 5 Fragen an Elia Canales Martín

Elia Canales gehört aktuell zu den spannendsten Namen im internationalen Bogensport. In der deutschen Bundesliga schießt die Spanierin erstmals für die SGi Welzheim – und überzeugt dort ebenso wie auf der internationalen Bühne. Im Gespräch spricht sie über ihre Motivation, die besonderen Anforderungen der Bundesliga und den Rückenwind aus einer außergewöhnlich erfolgreichen Saison.

BSM: Elia, in dieser Saison schießt du erstmals in der deutschen Bundesliga für die SGi Welzheim. Wie ist dieser Kontakt zustande gekommen und was hat dich sportlich gereizt, diese Herausforderung anzunehmen?
Diese Möglichkeit hat sich ganz natürlich aus Gesprächen mit dem Verein ergeben. Ich hatte bereits viel über die Bundesliga und ihr besonderes Teamformat gehört, und als die SGi Welzheim auf mich zukam, hatte ich das Gefühl, dass es der richtige Moment für eine neue Herausforderung ist. Besonders gereizt hat mich die Chance, in einem Ligasystem zu schießen, das sich stark von dem unterscheidet, was wir in Spanien haben, und Teil eines starken, ambitionierten Teams zu sein. Für mich ist das eine tolle Gelegenheit, mich sowohl sportlich als auch als Teammitglied weiterzuentwickeln.

BSM: Du lebst und trainierst in Spanien, reist für die Bundesliga aber regelmäßig nach Deutschland. Wie sieht ein typischer Bundesliga-Spieltag für dich aus – und wie herausfordernd ist es, Reisen, Training und Wettkampf auf diesem Niveau körperlich und mental zu verbinden?
Ein typischer Spieltag ist sehr fokussiert und gut strukturiert. In der Regel reise ich kurz vor dem Wettkampf nach Deutschland und achte darauf, genug Zeit zu haben, um anzukommen, mich zu erholen und in den Wettkampfmodus zu kommen. Die Kombination aus Reisen, Training und Wettkampf ist körperlich und mental definitiv anspruchsvoll, aber das kenne ich aus dem internationalen Bereich. Gute Planung, Regeneration und mentale Präsenz sind dabei entscheidend. Sobald der Wettkampf beginnt, liegt der volle Fokus auf dem Team und der Leistung in diesem Moment.

BSM: Ein Liga-Format wie die Bundesliga gibt es in Spanien nicht. Was reizt dich an diesem Wettkampfsystem besonders und worin unterscheidet es sich für dich von anderen Formaten?
Am meisten begeistert mich das teamorientierte Ligasystem und die besondere Atmosphäre, die dadurch entsteht. Jeder Pfeil zählt für das Teamergebnis, was einen ganz eigenen Druck, aber auch zusätzliche Motivation erzeugt. Im Vergleich zu vielen anderen Wettkämpfen, die ich schieße und die meist individuell oder als kurze Teamformate ausgetragen werden, hat die Bundesliga eine Saisonstruktur und eine sehr intensive Match-Dynamik. Es fühlt sich fast wie ein klassischer Head-to-Head-Sport an – das macht es extrem spannend.

BSM: Mit einem Pfeildurchschnitt von 9,83 liegst du aktuell auf Rang zwei der Südstaffel – gemeinsam mit Felix Wieser. Nach dem dritten Spieltag hat neben Tacherting nur Welzheim bereits das Finalticket gelöst. Worauf freust du dich beim Bundesliga-Finale in Wiesbaden am meisten – und traust du deinem Team den Titel zu?
Ich freue mich sehr darauf, die besondere Atmosphäre beim Finale in Wiesbaden zu erleben und gemeinsam mit meinem Team unter diesem Druck zu schießen. Dass sich mit Tacherting und Welzheim zwei Teams frühzeitig für das Finale qualifiziert haben, zeigt, auf welchem Niveau wir in dieser Saison unterwegs sind. Ich bin überzeugt, dass wir ein sehr starkes und ausgeglichenes Team haben. Wenn wir fokussiert bleiben und unser Leistungsniveau abrufen, haben wir definitiv das Potenzial, um den Titel mitzukämpfen.

BSM: WM-Gold im Mixed-Team in Gwangju, Gold bei den GT Open in Luxemburg und Platz fünf in Nîmes – eine beeindruckende Serie an Ergebnissen! Was hat aus deiner Sicht zu diesem Erfolg beigetragen und wohin soll deine Reise in dieser Saison und darüber hinaus gehen?
Ich glaube, diese Ergebnisse sind vor allem das Resultat kontinuierlicher Arbeit über einen längeren Zeitraum und nicht auf einen einzelnen Faktor zurückzuführen. Körperlich fühle ich mich sehr stabil, aber vor allem mental habe ich einen großen Schritt nach vorn gemacht. Ich konzentriere mich stärker auf den Prozess und die Ausführung, statt auf das Ergebnis, was mir hilft, unter Druck ruhig und präsent zu bleiben. Ein stabiles Trainingsumfeld und ein starkes Team spielen dabei ebenfalls eine große Rolle. Für den weiteren Verlauf der Saison ist mein Ziel, diese Konstanz weiter auszubauen, aus jedem Wettkampf zu lernen und den Prozess zu genießen. Ich blicke motiviert und zuversichtlich nach vorne – gleichzeitig aber bodenständig und Schritt für Schritt.

Liebe Elia, vielen Dank für diesen Einblick und viel Erfolg bei deinen nächsten Wettkämpfen!

Foto: World Archery