Editorial zur Ausgabe 1/2026
Bogensport Magazin
Liebe Leserinnen, liebe Leser,
Wer kennt ihn nicht, den Hype um Sammelkarten, der insbesondere im Vorfeld von Fußball-Welt- und Europameisterschaften selbst in die Wahrnehmung derjenigen dringt, denen die Materie ansonsten eher fremd erscheint. Wer sich – wie zugegebenermaßen auch ich – bisher eher oberflächlich mit dem Thema befasst hat, wird denken: Kinderkram. Oder auch: Geldmacherei. Beides mag in vielen Fällen zutreffen, doch der Bericht von Anna Lena Gangluff über das Projekt von „Titan Sports“ zeigt einmal mehr, wie sehr man sich auch täuschen kann. (Was dummerweise auch vorprogrammiert ist, wenn man der Versuchung erliegt, lieber Klischees zu pflegen, statt sich intensiv mit einem Thema zu beschäftigen …). Kurz zusammengefasst erzählt der Bericht von einem motivierten Team, einer jungen Idee, einer gehörigen Portion Idealismus und ganz viel „Bock“ darauf, ein Projekt umzusetzen, bei dem der schnelle Return on Investment offenbar nicht die oberste Priorität hat. Das ist nicht nur sympathisch – nein, es hilft in diesem Fall auch dem Bogensport. Denn es verschafft den Athletinnen und Athleten unseres Lieblingssports auch dann Präsenz, wenn der letzte Pfeil geschossen und das Event zu Ende ist. Doch lesen Sie selbst – und lassen Sie uns Ihren Standpunkt wissen.
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Viele brauchen sie heute schon, und die meisten von denen, die heute noch „ohne“ können, werden sie irgendwann einmal brauchen. Falls Sie es noch nicht erraten haben: Es geht natürlich um die Sehhilfe. Und – das ist dieses Mal kein Klischee, sondern beruht auf eigenen Erfahrungswerten – spätestens dann, wenn das fortgeschrittene Alter den Adler zum Maulwurf mutieren lässt. Nun stellt der Sport im Allgemeinen (und das Schießen im Besonderen) ganz spezielle Anforderungen an die jeweilige Sehhilfe, weshalb die „Alltagsbrille“ beim Sportmachen ihren Dienst oft versagt. In einem Gastbeitrag erläutert Augenoptikermeisterin und Sportoptometristin Hannah van Leeuwen die erforderlichen Maßnahmen, um die kleine, aber lästige Einschränkung auch an der Schießlinie bewältigen zu können. Eigentlich eine gute Sache – wäre da nicht die Tatsache, dass die schwindende Sehkraft dann nicht mehr als Ausrede für hoffnungslos verschossene Pfeile herhalten kann.
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Nutzwert, Nutzwert, Nutzwert – so lautet das Credo einer jeden Redaktionskonferenz. Bestenfalls gelingt es uns, das BSM so attraktiv und nutzwertig zu gestalten, dass auch ältere Ausgaben immer wieder zur Hand genommen werden und möglichst kein Exemplar jemals den Altpapiercontainer von innen sieht. Doch auch uns ist bewusst: „Der Weg ist das Ziel.“ Die „perfekte Ausgabe“ bleibt ein Konstrukt, eignet sich aber als hervorragende Zielgröße und spornt uns an, von Ausgabe zu Ausgabe besser zu werden. Hinsichtlich der Nutzwertigkeit hat unsere „1/2026“ somit einiges zu bieten: Neben der Fortführung unserer beliebten Serien „Basiswissen“ und „Muskelcoaching“ stellen wir fünf Release-Typen vor und zeigen auf, welche Modelle für welches Leistungsstadium geeignet sind. Darüber hinaus konnten wir mit Florian Unruh einen weiteren Experten für unsere Rubrik „Dr. Spot“ gewinnen, der nicht gezögert und wenig später auch schon geliefert hat. Und rechtzeitig zur Drucklegung (aber zu spät für den aktuellen „Dr. Spot“) hat uns auch die Zusage von Nico Wiener erreicht. Ergo: Compounder, stellt uns Eure Fragen. Zeit für ein herzliches Dankeschön an unser nun erweitertes Experten-Team – uns ist natürlich klar, dass die Fragen nicht immer gelegen kommen, und wir rechnen Euch hoch an, dass Ihr unserer Leserschaft dennoch regelmäßig Rede und Antwort steht.
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Auch unter unseren übrigen Themen werden Sie höchstwahrscheinlich fündig werden. Nur um einige Stichpunkte zu nennen: Compound bei der LA28, die JVD-Open als Event für die Bogensport-Community, 5 Fragen an Michelle Kroppen, Brady Ellison hat noch Lust ….
Wir wünschen wie immer viel Spaß bei der Lektüre.
Herzlichst,
Ihr Axel Ziegler